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Neue HalfPrice-Stores machen TK MAXX Konkurrenz

Passend zur Öffnung des Handels in Polen sind in der ersten Maiwoche die ersten ,,HalfPrice“ –Stores eröffnet worden.

,,HalfPrice“ ist ein neues Verkaufs-Konzept von Polens größten Schuh-Händler CCC, der in 29 Ländern, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, präsent ist. In den ,,HalfPrice“ Stores werden Marken-Produkte und Designer Labels aus den Bereichen Fashion und Kosmetik sowie Wohn-Accessoires und Geschenkideen zu wesentlich unter dem Markt-Niveau liegenden Preisen verkauft. Dazu gehören Produkte der Marken DKNY, Karl Lagerfeld, Puma, Tommy Hilfiger und viele andere.
Mit dem Einstieg ins offPrice-Geschäft, dem Unterbieter-Geschäft mit Markenprodukten im Einzelhandel, eröffnet sich für den an der Börse notierten Schuhkonzern CCC ein neues Kapitel in seiner Unternehmensgeschichte. ,,Weltweit wird das offPrice-Konzept immer populärer. Wir sind guter Dinge, dass wir mit unseren HalfPrice-Stores nicht nur die polnischer Verbraucher begeistern, sondern in Kürze auch die Verbrauchers in anderen Ländern“, sagte dazu Dariusz Miłek, Unternehmensgründer und Aufsichtsratsvorsitzender der CCC-Gruppe.

Fotos: CCC – HalfPrice

In der ersten Mai-Woche wurden 6 HalfPrice-Stores in großen Shopping-Malls polnischer Großstädte eröffnet, darunter auch in der bei Besuchern aus der deutschen Nachbar-Region beliebten Handels-Galerie Galaxy in Stettin (Szczecin) und im Handelszentrum Wroclavia in Breslau (Wrocław). Bis zum Jahresende sollen 60 HalfPrice-Stores in Polen eröffnet werden, darunter ein Teil in den bisher von den CCC-Schuhmärkten belegten großen Flächen der Shopping Malls. Nach Angaben des CCC—Vorstands erlaube dies den Umsatz pro Quadratmeter zu erhöhen. ,,Ich bin fest davon überzeugt, dass HalfPrice binnen kürzester Zeit eine grundierte Markt-Position aufbaut. HalfPrice eröffnet die Möglichkeit von interessanten Partnerschaften und Synergien. Das offPrice-Geschäftsmodell ermöglicht eine konsequente Erhöhung der Produkt-Basis, die ein hohes Qualitäts-Sortiment bei gleichzeitig attraktiven Preisen für den Verbraucher sichert“ ist sich CCC-Vorstandschef Marcin Czyczerski sicher.
Die HalfPrice –stores sind aber auch eine Kampfansage an TK MAXX. Sowohl in der Gestaltung, der Sortiments-Struktur als auch in der Preis-Auszeichnung erinnern die HalfPrice-store an die zum US-Offprice-Spezialisten TJX Companies gehörenden Märkte. TK Maxx ist seit 2009 in Polen und betreibt dort gegenwärtig 47 Filialen. Das Unternehmen hat erst Ende März den Bau eines zweiten Logistikzentrums in Polen in der unweit hinter der Grenze zur Deutschland gelegenen Kleinstadt Sulechów (bei Zielona Góra) in Angriff genommen.

Ab Herbst auch online-Verkauf bei ,,HalfPrice“

Der polnische Schuh-Konzern CCC will mit seinem offPrice-Konzept noch einen Schritt weitergehen als TK MAXX. Ab dem Herbst sollen dann die Kunden bei HalfPrice auch online bestellen können. Die CCC-Gruppe baut dabei auf das gewonnene Know how bei der intensiven Entwicklung des online-Geschäfts im Schuh-Verkauf auf. Die CCC-Gruppe betreibt inzwischen 82 Online-Plattformen in ganz Europa, darunter 18 online-Verkaufskanäle.
Mit der in den vergangenen Monaten forcierte Entwicklung des Online-Schuhverkaufs konnte die CCC-Gruppe die durch die Corona-Beschränkungen bedingten Einnahme-Verluste im stationären Handel in der Gesamt-Umsatzbilanz abbauen. Der Konzern vermeldete für das 1.Quartal des Geschäfts-Jahres 2021/2022 einen Umsatz von 1,429 Mrd. Złoty (rund 320 Mio. Euro). Der Online-Verkauf hatte dabei einen Anteil von 62 Prozent.

Im stationären Handel verkauft CCC gegenwärtig seine Schuhe in 1005 Läden in 22 Ländern, darunter in Österreich und in der Schweiz über die dort 2017 übernommene Schuh-Kette Karl Voegele. In Deutschland wurde das Filial-Geschäft dem deutschen Schuh-Händler HR Group (u.a. Eigentümer der Reno-Schuhkette) gegen einen Minderheits-Anteil an der HR Group überlassen.

© A. Höfer / infopol.PRESS

 

Wie bei einer Pizza – CCC liefert Schuhe an die Haustür

Nach der bisherigen Tages-Rekordzahl von über 27 800 Neuinfektionen hat die polnische Regierung ihre Corona-Schutz-Maßnahmen weiter verschärft. Wie schon im Frühjahr bleiben jetzt vorerst bis zum 29 November weitgehend alle Läden und Märkte in den großen Einkaufszentren geschlossen. Offen bleiben nur einige Dienstleistungs-Einrichtungen, die ,,wesentliche Bedeutung für das tägliche Leben“ haben. Dazu gehören vor allem Läden und Märkte , die Artikel des täglichen Bedarfs verkaufen.

Mit den Einschränkungen haben die Discount- und Supermarkt-Ketten sofort wieder einen Konsum ohne Zeit-Limit eingeläutet.. Polens größte Discounter-Kette Biedronka hatte bereits vor Einführung der neuen Corona-Beschränkungen die Öffnungszeiten eines Großteils seiner Märkte bis auf 2 Uhr nachts verlängert. Andere Ketten zogen nach. Den Vogel dabei schoss dabei Kaufland ab. Damit die Menschen nicht in langen Schlangen vor den Märkten stehen müssen und in Ruhe einkaufen können, hält Kaufland 16 seiner größten Märkte 24 Stunden rund um die Uhr offen. Wie der Dude in der Hollywood-Komödie ,,The Big Lebowski“ kann man also auch 3 Uhr nachts im Schlafanzug und Haus-Pantoffeln bei Kaufland in Polen durch die Verkaufsgänge schlurfen.

Milliarden-Verluste für den Handel

Für die Betreiber der großen Handelsgalerien – insgesamt über 500 mit jeweils mehr als 20 000 m2 Verkaufsfläche in ganz Polen – stellt sich die Situation dagegen weniger amüsant dar. Bereits beim Lockdown im Frühjahr verzeichneten sie nach Angaben der Branchenorganisation PRCH einen Einnahme-Verlust von rund 1 Mrd. Zloty infolge der administrativ angeordneten Freistellung der Ladenmieter von ihren Pachtzins-Zahlungen und weiteren 2 Mrd. Zloty nach Mietsenkungen für den Zeitraum von Juni bis Dezember im Ergebnis von Verhandlungen zwischen Ladenmietern und Eigentümern der Handelszentren.
Im besonderen Maße sind die großen Bekleidungs- und Schuhketten sowie die Märkte für Haushalt- und Unterhaltungselektronik von der Schließung betroffen. Bereits beim Frühjahrs-Lockdown hatten sie erhebliche Verluste erlitten.. Mit einer Intensivierung des Internet-Verkaufs versuchten sie die Verluste zu minimieren. So auch Polens führende Schuhkette CCC. Wie das an der Warschauer Börse notierte Unternehmen in seinem jüngsten Quartals-Bericht bekanntgab, konnten die Einnahmen aus dem e-commerce bis September um 64 Prozent auf 1,61 Mrd. Złoty (rund 360 Mio., Euro) erhöht werden. Dies machte bereits 45 Prozent des gesamten Umsatzerlöses der CCC-Gruppe aus, die in 29 Ländern 1242 Läden – davon die meisten in Polen – betreibt.
Das Unternehmen hatte bereits vor der Corona-Krise eine grundsätzliche Änderung seiner Geschäfts-Strategie beschlossen. Anstelle der Eröffnung von immer neuen Schuh-Salons in repräsentativen Shopping-Malls soll der Schwerpunkt in der Geschäftsentwicklung verstärkt auf den Verkauf über das Internet, begleitet vom ein Ausbau des kanalübergreifenden
Omnichannel-Geschäfts-Modells (stationärer Verkauf / Internet / soziale Medien / mobile Apps) gelegt werden. CCC besitzt inzwischen schon 66 online-Plattformen in allen europäischen Ländern.

Schuh-Lieferung in 60 Minuten

Die Ladenschließung in den Handels-Galerien hat das Unternehmen auf eine neue Idee gebracht, die das Omnichannel-Geschäft – nicht nur im Schuhhandel – auf eine neue Dimension stellen könnte. Das Konzept sieht vor, die Schuhe innerhalb von 60 Minuten nach der Online-Bestellung an die Haustür des Kunden zu liefern. ,,Wir sind einfach davon ausgegangen, wenn man eine Pizza innerhalb kürzester Zeit zum Kunden liefern kann, dann kann man das mit Schuhen auch“, erläutert Konrad Jezierski, der für das Omni-Channel-Geschäft bei CCC verantwortlich ist. Die neue Dienstleistung soll noch im November in Warschau als Test-Versuch anlaufen und dann auf schrittweise auf alle Städte ausgeweitet werden, wo CCC ein Laden-Geschäft hat. Nach Eingabe seiner Postleitzahl bei der Online-Bestellung sieht ein Kunde die verfügbaren Versandoptionen . Voraussetzung dafür ist, dass die Schuhe im Laden vor Ort vorrätig sind. Die Bestellung mit der Lieferoption wird dann an den CCC-Laden vor Ort übermittelt. Der Kurier erhält dann über eine spezielle App die Nachricht zur Abholung der Ware und deren Zustellung an den Kunden.
Mit den Zeit-Limit von 60 Minuten wolle man den Erwartungen und Bedürfnissen insbesondere von jungen Leuten entgegenkommen, für die der Grundsatz gilt ,,Hier und Jetzt“. ,,So wie sie leben, wollen sie auch ihre Einkäufe machen und verfügbare Produkte sofort in die Hand bekommen“, meint dazu der CCC-Manager.
Für das kommende Jahr plant die polnische Schuhkette dann einen Großteil der Lieferungen innerhalb von 30 bis 45 Minuten zuzustellen. Das ist eine Innovation im gesamten Markt-Maßstab. Niemand hat bisher Bestellungen innerhalb so kurzer Zeit an die Haustür geliefert“, ist der CCC-Manager überzeugt.
Wenn das Konzept aufgeht und auch Groß-Unternehmen anderen Branchen mit Vor-Ort-Präsenz, wie z.B. die Bekleidungs-Branche, dem Beispiel folgen, könnte das auch die Handels-Plattformen wie Amazon, Allegro oder Zalando unter Druck bringen.

CCC ist im deutschsprachigen Raum mit 46 Filialen in Österreich vertreten . In der Schweiz hatte CCC vor drei Jahren 10 Mio. Schweizer Franken für die Übernahme der Schuh-Kette Karl Voegele bezahlt. Seinerzeit zählte der Schweizer Filialist über 200 Läden. Seitdem wurde eine Schrumpfung der Ladenzahl vorgenommen. Bis Ende des Jahres sollen nur noch 156 Läden übrigbleiben. Wie schon zuvor in Deutschland, aber auch in Österreich, bringen die Läden bezogen auf die Verkaufsfläche viel weniger Umsatz als die CCC-Läden in Polen. Bei deutlich höheren Kosten! Eine Option ist daher auch wieder den Wiederverkauf des Schweizer Schuh-Filialisten.
In Deutschland hat die polnische Schuhkette ihr Filial-Geschäft bereits dem deutschen Schuh-Händler HR Group (u.a. Reno) für einen Minderheits-Anteil an der HR Goup überlassen.

© André Jański / infopol.PRESS