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Deutsche ohne Mitgefühl für ihren polnischen Retter

Unter großer Anteilnahme der örtlichen Bevölkerung ist jetzt der Lebensretter Marcin Kolczyński auf dem Friedhof in Kazimierz Biskupi (bei Konin) bestattet worden. Der 37-jährige war am 2.August in Holland bei einer Rettungstat ums Leben gekommen.

Marcin war von Beruf Bergarbeiter. Wie viele andere Polen nutzte er seinen Urlaub, um sich in Holland bei der Zwiebelernte etwas dazu zu verdienen. Der 2.August – ein Sonntag – war sein einziger arbeitsfreier Tag in der Woche. Den verbrachte er am nahegelegenen Strand von Julianadorp im Norden von Holland. Er telefonierte gerade mit seiner Frau in Polen, als er Schreie von drei Kindern hörte, die in der Nordsee unterzugehen drohten. Marcin stürzte ins Meer, um die drei Mädchen zu retten. Nachdem er die Kinder aus der der gefährlichen Strömung ziehen konnte, so dass sie an den Strand zurückkonnten, verliessen ihn die Kräfte. Er wurde von der Strömung zurückgezogen und verschwand in den Fluten der Nordsee. Die holländischen Seenotkräfte leiteten zwar sofort eine Rettungsaktion ein. Als die Nordsee Marcin wieder an den Strand spülte , kamen die Reanimations-Versuche jedoch bereits zu spät. Der Lebensretter starb.
Die Bild-Zeitung und andere deutsche Medien berichteten vor einigen Tagen über die Rettungs-Aktion. Was sie aber in ihren Berichten nicht erwähnten, war die Tatsache, dass es sich bei den drei von Marcin geretteten Mädchen um deutsche Kinder handelte. Diese Tatsache hat für den weiteren Ablauf der Ereignisse eine gewisse Bedeutung.

Marcin gab sein Leben für deutsche Kinder

Wie das „noordhollandsdagblad“ berichtet, verbrachten die Kinder mit ihren Eltern die Ferien an der holländischen Nordsee.

Ihr Lebensretter Marcin Kolczyński war selbst Vater von drei Kindern: der 12jährigen Martyna der zehnjährigen Kamila und seinem erst zweijährigen Sohn Mateusz. Er rettete  die drei deutschen Kinder. Seine  eigenen Kinder müssen dafür  jetzt ohne ihren Vater aufwachsen.
Da die Frau von Marcin nicht das Geld hatte, um die Überführung seiner sterblichen Überreste nach Polen zu bezahlen, wandte sie sich an Martina Janasz, eine in Den Haag lebende Polin. Diese organisierte ein Crowdfounding. Die Anteilnahme der holländischen Bevölkerung an dem tragischen Schicksal des polnischen Lebensretters und seiner Familie war so groß, dass schon am ersten Tag anstatt der erhofften 1000 Euro über 100 000 Euro gespendet wurden.

Die Holländer zeigten ein großes Herz. Am Ende waren es über 350 000 Euro. Den Eltern der von Marcin geretteten deutschen Kindern fehlte es dagegen offenbar an menschlichen Anstand.
,,Die heldenhafte Tat, die er im Ausland leistete, endete mit seinem Tod. Indem er fremde Kinder rettete, hinterläßt er seine Frau und seine Kinder als Waisen“, sagte der örtliche Seelsorger in Kazimierz Biskupi am Sarg. Am Sarg war eine Ehrenformation von Bergleuten in ihren Parade-Uniformen angetreten, um ihren Arbeitskollegen die letzte Ehre zu erweisen. Im Gefolge die Familie mit den weinenden Kindern.
,,Er hat es einfach getan ohne jeglichen Hinter-Gedanken, die Kinder gerettet ohne etwas zu erwarten. Wir verabschieden einen Helden, weil man so über ihn sprechen muß“, sagte der Onkel von Marcin am Grabe.

In der Familie hegt man aber auch Groll auf die deutschen Eltern der geretteten Kinder. An der Trauerfeier nahmen sie nicht teil. ,,Sie hätten sich wenigstens bedanken oder irgendetwas von sich hören lassen können“, sagte die Schwiegermutter von Marcin gegenüber dem privaten Fernsehsender Polsat. ,,Schließlich hat Marcin für ihre Kinder sein Leben gegeben“. Bislang haben wir von ihnen jedoch kein Signal erhalten“. Jeder anständige Mensch hätte sich für die Lebensrettung seiner Kinder bedankt.
Die ausgebliebene Reaktion der deutschen Eltern hat in den sozialen Netzwerken in Polen einen undifferenzierten Shitstorm auf die Deutschen ausgelöst.

© Magda Szulc / infopol.PRESS

Foto: PL-MVI-Agentur

Erstes 5G-Netz für 1 Mio. Nutzer in polnischen Großstädten

Der Netzbetreiber Polkomtel, Inhaber des Plus-Mobilfunk, hat als erster in Polen das 5G-Netz in Betrieb genommen. Seit dem 11.Mai können knapp 1 Mio. Menschen die Mobilfunk-Technologie der neuesten Generation nutzen, teilte das Unternehmen mit. Polkomtel gehört zum polnischen Milliardär Zygmund Solorz , der u.a. auch Eigentümer des privaten Fernseh-Senders Polsat ist.
Laut Polkomtel wurde das 5-G-Netz in dem Sende-Gebiet von sieben Großstädten installiert: Stettin (Szczecin), Danzig (Gdańsk), Breslau (Wrocław), Poznań, Katowice, Łódz sowie Warschau. Die dafür aufgebauten 100 Sende-Anlagen lieferten die Netzausrüster Ericsson und Nokia. In einer zweiten Etappe sollen weitere 600 Anlagen aufgebaut werden, die das gesamte Sende-Gebiet von Warschau und Umgebung abdecken. Damit wird bis zum Ende dieses Jahres das G-5 Netz für insgesamt 3 Mio. Menschen in Polen verfügbar.
Bei dem von Polkomtel jetzt bereitgestellten 5-G-Netz handelt es sich um ein sogenanntes Refarming. Dabei handelt es sich um den 5-G-Netzausbau auf der Grundlage schon  bestehender Frequenzen im 2,6 GHz-Bereich, die bisher für LTE oder UMTS genutzt worden. Auch die anderen etablierten Netzbetreiber in Polen T-Mobile, Play und Orange haben einen Aufbau des 5-G-Netzes zunächst im 2,6 GHz-Bereich angekündigt. Hintergrund dafür ist die Aussetzung der Auktion zur Ersteigerung der Frequenzen im 3,6 GHz-Bereich für das 5G-Netz. Bereits im Januar sollte die Auktion über die Bühne gehen. Der Prozeß verzögerte sich und nach Ausbruch der Corona-Krise wurde das Verfahren von der Regulierungsbehörde UKE mit Verweis auf die Corona-Krise ausgesetzt.

Im Gesetzentwurf für ein neues Antikrisen-Schutzschild (3.0) sind jetzt auch Vorschriften enthalten, die eine vollständige Annullierung der 5-G-Auktion durch die Regierung ermöglichen. Eine verbindliche Entscheidung ist darüber noch nicht gefallen. Experten des polnischen Telekommunikations-Marktes kritisieren die zögerliche Haltung der Regierung, die damit eine Schlüssel-Entscheidung vor sich herschiebt: den Beispiel anderer EU-Länder zu folgen und einen Wettbewerb der Netzwerk-Ausrüster wie Nokia, Ericsson oder Huawei zuzulassen oder den amerikanisch-koreanischen Weg auszuwählen, der einzelne Anbieter (Huawei) ausschließt. Die etablierten Netzbetreiber in Polen können und wollen nicht darauf warten und haben unabhängig davon begonnen, den 5-G-Netzaufbau auf bestehenden Frequenzen voranzutreiben. So hat das Unternehmen P4, Betreiber des größten polnischen Mobilfunknetzes Play, bereits im Januar die Inbetriebnahme des 5G-Standards im lokalen Maßstab für die Ostseestadt Gdynia vermeldet.
Mit der Umwidmung der bestehenden Frequenzen geht der Aufbau des 5-G-Netzes schneller voran. Allerdings ist die Daten-Rate bzw. Geschwindigkeit der Datenübertragung geringer als in den neuen, noch nicht vergebenen Frequenzen im 3,6 GHz-Bereich. Dies räumt auch der Vorstand von Polkomtel ein. Das Unternehmen bietet den 5G-Standard in den sieben Großstädten im TDD-Modus (Zeitduplex) auf der Bandbreite 50 MHz an. Dies erlaubt eine Geschwindigkeit der Datenübertragung von bis zu 600 Mb/s. Für die Nutzer bedeutet dies eine neue Qualität des Internets.

© infopol.PRESS