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Solarparks auf 320 Hektar katholischen Kirchenland

Polens größter Energiekonzern, die vom Staat kontrollierte PGE-Gruppe, hat 300 Hektar Land von der Diözese Zielona Góra-Gorzów gepachtet. Bis zum Jahre 2023 sollen dort zwei Solarparks mit jeweils 250 MW aufgebaut werden, teilte die für Erneuerbare Energien zuständige PGE-Tochtergesellschaft PGE Energia Odnawialna mit.

Die gepachteten Ländereien befinden sich in der an Deutschland angrenzenden Wojewodschaft Lubuskie. Bisher waren sie als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen – die Katholische Kirche gehört zu den größten Landbesitzern in Polen. Über die Höhe der Pachtgebühren wollte der Staatskonzern keine Angaben machen. ,,Das ist der bisher größte Pachtvertrag, den wir im Rahmen unseres PV-Programms unterschrieben haben. Bisher haben wir uns bereits 2000 Hektar Land gesichert, auf denen Photovoltaik-Parks mit einer Leistung von insgesamt 1250 MW aufgebaut werden können“, sagte Marcin Karlikowski. Geschäftsführer der PGE Energia Odnawialna. Das PV-Programms der PGE verfolge das Ziel, in den nächsten zehn Jahr Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von mindestens 3 GW zu installieren.
Neben den großen Projekten wie den auf dem Kirchenland der Diözese Zielona Góra-Gorzów werde die PGE auch in kleinere PV-Anlagen investieren. Die PGE hat dazu jetzt die PV Lutol 1 i PV Lutol 2 auf einer Fläche von rund 3,4 Hektar in Betrieb genommen. Beide sind jeweils 1 MW-Solarfarmen, die aus der vorjährigen Auktion für Erneuerbare Energien im Bereich der Anlagen bis 1 MW als Sieger hervorgingen. PV Lutol 1 i PV Lutol 2 befinden sich  ebenfalls in der Wojewodschaft Lubuskie. Ausgestattet sind sie mit rund 3000 monokristallinen Solarzellen mit jeweils 350 Watt.

Die PGE-Tochter Energia Odnawialna ist nach eigenen Angaben gegenwärtig der größte Produzent von Strom auf Grundlage Erneuerbarer Energiequellen in Polen. Das Unternehmen besitzt u.a. 17 Wind-Parks, 29 kleine Wasserkraftwerke sowie fünf Solarparks, deren installierte Gesamtleistung 2,3 GW beträgt.  Dies ist allerdings nur die Hälfte der Wahrheit.

Kosten für Co2-Emissionsrechte zwingen zum Kohle-Ausstieg

Spektakuläre Licht-Installation von Greenpeace an einem PGE-Kraftwerk: ,,Schande“ mit dem Abbild von PiS-Ministerpräsident Morawiecki, der vor noch nicht allzu langer Zeit die Kohle-Verstromung propagierte. Foto: Greenpeace Polska

Der staatliche Energie-Konzern PGE, zu der PGE Energia Odnawialna gehört, ist auch der ,,schmutzigste“ Stromproduzent in Polen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres produzierte der Konzern 22,6 TWh Energie. Dabei entfielen mit 29,3 Mio. t Kohlendioxid rund ein Fünftel des gesamten Co2-Ausstosses in Polen auf die Kohle-Kraftwerke der PGE. Den Spitzenplatz nimmt dabei das PGE-Braunkohlenkraftwerk Bełchatów als Europas größter Umweltverschmutzer ein. Konnten die Kohle-Kraftwerke der PGE in den vergangenen Jahren noch weitgehend kostenlose Co2-Emissionszertifikate in Anspruch nehmen, so hat sich die Situation für die PGE in diesem Jahr einschneidend verändert. Mit der von der EU-Kommission vorgenommenen Reduzierung der kostenlosen Co2-Emissions-Zertifikate für die PGE auf rund 1 Mio. t Treibhaus-Gas steigen die Kosten für den Kauf von Emissions-Zertifikaten nach PGE-Angaben in diesem Jahr auf 3,11 Mrd. Złoty (rund 700 Mio. Euro). In dessen Folge ist das EBITDA-Ergebnis des Staatskonzerns im konventionallen Bereich von 2,1 Mrd. Złoty auf 774 Mio. Złoty im ersten Halbjahr gesunken.
Tendenziell und progressiv steht ein weiteres Absinken des Netto-Ergebnisses auf der Tagesordnung. Die Energie-Erzeugung in den Kohle-Kraftwerken wird für die PGE unrentabel. Der Konzern hat deshalb den Schalter umgelegt. ,,Unser Ziel ist es, bis zum Jahre 2050 unseren Kunden zu 100 Prozent Grüne Energie anzubieten“, erklärte PGE-Vorstandschef Wojciech Dąbrowski.

© André Jański / infopol.PRESS