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Foto: Sindbad

Sindbad fährt wieder nach Deutschland

Sindbad – Polens größte Busflotte – hat wieder den regulären Bus-Linienverkehr nach Deutschland aufgenommen.

Mit dem Bus-Unternehmen war Anfang März Polens ,,Corona-Patient Zero“ aus Deutschland eingereist. Dabei handelte es sich um ein Mann aus der grenznahen Wojewodschaft Lubuskie, der sich bei den Karnevalsveranstaltungen im nordrhein-westfälischen Hotspot Heinsberg mit dem Covid-19-Virus angesteckt hatte. Das Bus-Unternehmen Sindbad mußte in den nachfolgenden Tagen mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie seinen gesamten europäischen Linien-Verkehr einstellen.

Mit 300 Fahrzeugen verfügt Sindbad über die größte Bus-Flotte in Polen. Foto: Sindbad

Wie das Unternehmen aus Opole mitteilt, wurde jetzt der Buslinien-Verkehr wieder in Richtung Hamburg, Aachen, Stuttgart sowie auf der Trasse Nürnberg-München- Ulm aufgenommen. Ab dem 16.Mai will das Unternehmen 16 weitere Städte in Deutschland mit seinem Haltestellen-Netz in 160 polnischen Städten verbinden. Insgesamt werden dann wieder im deutsch-polnischen Busverkehr die Haltestellen in 61 deutschen Städten angefahren.
Neben Deutschland hat Sindbad am 9. Mai auch wieder den ersten Linien-Bus nach Großbritannien in Bewegung gesetzt. Ab Montag (11.Mai) fährt dann auch wieder der erste Bus von der Insel nach Polen.

Wie das Unternehmen aus Opole mitteilt wird die Trasse von und nach Großbritannien zunächst nur dreimal in der Woche bedient. Wie auf den Trassen nach Deutschland gelten auch hier strenge Hygiene-Vorschriften, über deren Einhaltung neben den Fahrern die Busbegleiter wachen – Im Unterschied zu anderen Bus-Unternehmen fährt bei Sindbad immer ein Busbegleiter (Steward/Stewardess) mit.

Wie für andere Verkehrs-Unternehmen ist auch für Sindbad der Linienverkehr Großbritannien-Polen eine Haupt-Trasse. In Großbritannien leben und arbeiten rund 1 Million Polen.

Das Unternehmen Sindbad verfügt mit 300 Reise-Bussen über die größte Bus-Flotte in Polen. Dabei handelt es sich vorrangig um Reisebusse der Marke Setra, die in der Regel nicht älter als drei Jahre sind. In den 90er Jahren noch eine kleine Privatfirma, gehört Sindbad heute zu den drei größten Linien-Busverkehrsunternehmen in Europa. Vor der Corona-Krise hat das Unternehmen jährlich eine Million Fahrgäste von und nach Polen in über 530 Städte in 28 europäischen Länder befördert.

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Polnischer Corona-Patient ,,Zero“ kam aus Deutschland

Der erste bestätigte Corona-Fall hat in Polen weitaus mehr Aufregung verursacht als die 40 000 Menschen, die nach Angaben des Gesundheits-Ministeriums  alljährlich in Polen an den Folgen des Smogs und der Luftverschmutzung sterben.

Bei dem mit dem Corona-Virus infizierten Patienten handelt es sich um ein Mann, der auf die Quarantäne-Station  des Krankenhauses Zielona Góra eingeliefert wurde. Sein Alter wollte das Gesundheitsministerium nicht bekanntgeben, nur soviel, dass es kein Senior sei. Auch sei er nicht gesundheitlich vorbelastet.

Foto: Sindbad Sp. z o.o.

Der Mann war mit einem Reisebus des polnischen Bus-Unternehmens Sindbad aus Deutschland gekommen. Nach Angaben des Unternehmens hatte der Bus Passagiere in Bonn, Düsseldorf, Essen, Hamm und Bielefeld aufgenommen. Der Bus fuhr über die Autobahn  A-12 bis Frankfurt (Oder), wo der Mann nach Grenzübertritt in der bei deutschen Einkaufs-Touristen populären Grenzstadt Słubice ausstieg. Danach setzte er sich in sein Auto und fuhr 10 Kilometer weiter in seinen Heimatort Cybinka, einen kleinen, knapp 3000-Seelen-Ort.  Dort traten die ersten Symptome auf.

Wie die Lokalzeitung Gazeta Lubuska berichtet, soll der Mann an den Karnevals-Feierlichkeiten im nordrhein-westfälischen Heinsberg (nördlich von Aachen)  teilgenommen haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich dort infiziert hat, ist sehr hoch. Die Zahl der dort  auf den Karnvals-Veranstalten mit dem Sars-CoV-2- Virus Infizierten ist von den 37 Fällen der letzten Februar-Woche inzwischen laut amtlichen Mitteilungen auf nachweislich 104 Personen angestiegen.

Den Mann im Krankenhaus von Zielona Góra soll es nach Angaben  von Gesundheits-Minister Wojciech Andrusiewicz.den Umständen nach gut gehen. Personen, die mit dem Patienten ,,Zero“ Kontakt hatten, wurden unter häuslicher Quarantäne gestellt. Insgesamt handelt es sich dabei um 500 Personen.  Wie das Ministerium in Warschau mitteilt, konnten dabei alle Personen identifiziert werden, die mit den Patienten ,,Zero“ im Bus saßen.

Das Busunternehmen Sindbad teilte mit, dass die beiden Fahrer und die Bus-Stewardess sich gut fühlen und keine beunruhigenden Anzeichen einer Infektion zeigen. Der Bus aus  Deutschland selbst wurde  vorerst aus dem Verkehr gezogen und gründlich desinfiziert.

Das Unternehmen Sindbad, das sich aus einer kleinen Privatfirma zu einem Unternehmen mit der größten Busflotte in Polen mit 200 Bussen, vorrangig der Marke Setra, entwickelt hat, bedient Verbindungen in 21 Länder Europas. Das Unternehmen hatte bereits in der letzten Februar-Woche auf allen Verbindungen nach Italien in seinen Bussen Vorsorge-Maßnahmen gegen den Korona-Virus getroffen. Dazu wurden u.a. Desinfektions-Mittel und Hygienetücher zwischen die Sitz-Reihen der Busse gelegt.  Nach den ersten polnischen Korona-Fall werden deshalb jetzt auch die Busse auf den Verbindungen nach Deutschland mit entsprechenden Vorsorge-Materialien ausgestattet, teilte das Unternehmen mit.

Die Befürchtung, dass nach Italien jetzt auch Deutschland ein Ansteckungs-Herd für eine Übertragung des Corona-Virus nach Polen sei, scheint man auch im Warschauer Gesundheits-Ministerium zu hegen. Darauf deuten die Festlegungen zur Einrichtungen von Quarantäne-Stationen in den Krankenhäusern hin. Neben Krankenhäusern in den polnischen Großstadt-Zentren wurde auch die Einrichtung einer Quarantäne-Station in dem kleinen Krankenhaus der Frankfurt (Oder) gegenüberliegenden Grenzstadt Słubice angeordnet.

Nach der neuesten Mitteilung des polnischen Gesundheits-Ministerium befinden mit Stand vom 3. März  68 Personen wegen Verdachts auf Corona im Krankenhaus und weitere knapp 500 Personen unter häuslicher Quarantäne. Weitere 4459 Personen werden von den Gesundheits-Behörden beaufsichtigt.

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