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Superfood Kimchi künftig aus ,,Polens Kraut-Hauptstadt“

 

Nabak Kimchi Foto: Flickr (unter CC BY-NC-ND 2.0)

Das Superfood Kimchi für den europäischen Verbraucher kommt künftig aus Polen. Für die Herstellung des koreanischen Nationalgerichts will der südkoreanische Konzern Daesang 11 Mrd. Dollar in den Bau einer Fabrik in Kraków investieren.

Kimchi gehört seit Jahrhunderten zum National-Heiligtum der koreanischen Küche. Für seine Herstellung werden verschiedene Gemüsearten zusammen mit Gewürzen einer Milchsäurefermentation ausgesetzt. Am bekanntesten ist die Herstellung mit Chinakohl, Rettich, Frühlingszwiebeln und Gurken. Das traditionelle koreanische Gericht hat inzwischen auch außerhalb von Asien Einzug in die internationale Küche gehalten. Kimchi ist besonders auf den Speiseplan von von Profi-Sportlern, Models und Promis zu finden, was auf die gesunde Wirkung und Heilkraft des fermentierten Produkts zurückzuführen ist.
Die zunehmende Beliebtheit von Kimchi im Westen spiegelt sich auch in den Exportzahlen wird. So hat der Lebensmittel-Hersteller Daesang als größter Kimchi-Produzent in Südkorea in den vergangenen fünf Jahren jährlich seinen Export nach Europa um über 20 Prozent gesteigert. Schwerpunkt waren dabei Großbritannien und die Niederlande. Der Konzern-Vorstand hat daher entschieden, außerhalb von Asien nach den USA auch eine erste Fabrik für die Kimchi-Produktion in Europa aufzubauen. Dass die Entscheidung dabei auf Polen fiel, ist kein Zufall. Polen hat in diesem Jahr mit Milliarden-Aufträgen zur Ausrüstung seiner Armee mit koreanischen Kampfflugzeugen, 1000 K2-Panzern und Hunderten von Artillerie-Systemen sowie einer vertraglichen Vereinbarung zum Bau eines Kernkraftwerkes mit koreanischer Atom-Technologie unweit von Poznań Südkorea zum neuen strategischen Partner gemacht. Für den koreanischen Lebensmittelkonzern Daesang dürfte bei seiner Entscheidung auch eine Rolle gespielt haben, dass Polen der größte Kohl-Produzent in Europa ist. Insbesondere ist es der Weißkohl, der für die polnischen Küchenklassiker Bigos und Gołąbki (Krautrouladen mit oder ohne Hackfleisch) unentbehrlich ist.

,,Kraut-Hauptstadt Polens“ mit eigenen Museum

„Heute ist ein großer Tag! Wir haben eine Vereinbarung mit der Daesang Corporation in Seoul über den Bau der ersten Kimchi-Fabrik in Polen unterzeichnet“, hat jetzt das polnische Unternehmen Charsznickie Pola Natury (ChPN) vermeldet. Die Vereinbarung beinhaltet die Gründung eines Joint Ventures, dessen Anteile zu 76 Prozent vom koreanischen Kimchi-Hersteller und zu 24 Prozent vom polnischen Bio-Produzenten gehalten werden. Ziel des Joint Ventures ist der Bau einer ersten Kimchi-Fabrik in Europa.
Das Unternehmen Charsznickie Pola Natury bietet sich dabei für den koreanischen Lebensmittelkonzern als idealer Partner an. ,,Charsznickie Pola Natury „ heißt übersetzt so viel wie ,,Natur-Felder von Charsznica“. Die gleichnamige Land-Gemeinde nördlich von Kraków nimmt für sich den Titel in Anspruch, ,,Kraut-Hauptstadt Polens“ zu sein. Jedes Jahr im September finden dort die ,,Kraut-Tage“ statt. Wie bei der Wahl der ,,Wein-Königin“ in den traditionellen Weinanbau-Regionen wird dort dann das ,,Kraut-Königspaar“ gekürt. Der Ort hat sogar ein Kohl-Museum, das wohl einzige in der Welt.

11 Millionen Dollar in erste europäische Kimchi-Fabrik

Auf den Feldern rund um den Ort baut das Unternehmen ChPN auf 2500 Hektar Weißkohl an. Das entspricht etwa 10 Prozent der gesamten polnischen Kohl-Anbaufläche. Verarbeitet wird er neben zahlreichen Kraut-Salatsorten in der Region vor allem zu Sauerkraut. Das Unternehmen ChPN hat nicht nur Erfahrungen mit der Fermentierung einheimischen Gemüses. Es produziert auch das aus Asien stammenden fermentierte Teegetränk Kombucha nach Original-Rezepturen in verschiedenen Geschmacks-Richtungen. Aus diesem Sortiment hebt sich ,,Kombucha Karate Kurashikku“ heraus.
Der Ort mit dem für die deutsche Zunge schwierig auszusprechenden Namen wird auch der Standort für die erste europäische Kimchi-Fabrik in Polen sein. Der koreanische Konzern Daesang wird fast 11 Millionen US-Dollar in die Fabrik investieren. 2024 soll sie eröffnet werden. Jährlich bis zu 3 000 Tonnen Kimchi sollen dort dann unter der Marke Jongga produziert werden. Daesang und ChPN wollen die beliebten koreanischen Beilagen dann über die großen Handelsketten wie Carrefour oder Lidl Deutschland in ganz Europa vertreiben.
Nach den Aufbau einer Kimchi-Fabrik in den USA sei das Joint-venture mit ChPN zum Aufbau einer Fabrik in Polen ein weiterer Versuch, ,,Kimchi weltweit zu globalisieren“, sagte Lim Jung-bae, CEO von Daesang gegenüber dem ,,Korea Herald“.

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© Magda Szulc / infopol.PRESS