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Polnisches Elektro-Auto Izera vorgestellt

Nach zahlreichen, nicht erfüllten Ankündigungen und Versprechungen ist jetzt das polnische Elektro-Auto Izera in der Nähe von Warschau vorgestellt worden. Genau genommen handelte es sich dabei um die Premiere von zwei Concept-Cars. Eine Fabrik für deren Bau gibt es allerdings noch nicht.

Die beiden vorgestellten Prototypen – ein SUV und eine Kombi-Limousine (Hatchback) – sind ein Versprechen auf die Produktion eines eigenen, in Polen hergestellten Elektro-Autos.
Solche Versprechungen zur Entwicklung der Elektromobilität in Polen hat es schon viele gegeben. Bereits 2016 hatte Mateusz Morawiecki, heutiger Regierungschef, für das Jahr 2019 die Herstellung eines polnischen Elektro-Autos angekündigt. Dafür wurde die Gesellschaft ElektroMobility Poland gegründet. Zu ihren Anteilseignern wurden die vier vom Staat kontrollierten Stromversorgungs-Konzerne PGE, Tauron, Enea und Energa vorgeschickt. Das seinerzeit aufgestellte Programm für die Entwicklung der Elektro-Mobilität sah dazu vor, dass bis zum Jahre 2025 polnischen Strassen mindestens 1 Mio. Elektro-Autos fahren sollten. Davon sollten 30 Prozent aus polnischer Produktion stammen.

Bis heute fahren jedoch nur insgesamt über 12 000 Fahrzeuge in Polen mit Elektro-Antrieb. Davon sind noch über die Hälfte Hybrid Plug in.

Auch bei der Zahlung eines staatlichen Zuschusses für den Kauf eines E-Autos hat sich Polen sehr lange Zeit gelassen. Als eines der letzten Länder in der EU wurde jetzt zum 1.Juli ein Zuschuss-Programm ins Leben gerufen
Auch bei der Vorstellung des Prototyps des ersten polnischen Elektro-Autos hat man sich von Januar 2018 an 6mal nur in Ankündigungen und Versprechungen ausgelassen.

Polnisches E-Auto – projektiert von Torino Design

Bei den jetzt nun endlich vorgestellten Prototypen handelt es sich aber schon nicht mehr in letzter Konsequenz um ein ,,polnisches Elektro-Auto“. –Die Projekt-Entwürfe für die Aufbauten stammen vom italienischen Unternehmen Torino Design.

Aufgebaut werden sollen sie auf Plattformen von ausländischen Zulieferern. Wie ElektroMobility Poland auf der Präsentation in Sokołów bei Warschau informierte, sei man dafür mit zwei Automobilkonzernen im Gespräch. Konkrete Einzelheiten wurden dazu allerdings nicht genannt.

Fabrik-Bau in Schlesien geplant

Auch bei der Finanzierung des Baus einer Auto-Fabrik blieb vieles nur vage. Die Ankündigung, in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres mit dem Fabrik-Bau zu beginnen, sind deshalb bislang nur Planspiele.
Unter 23 möglichen Standorten hat man Schlesien als Standort für den Fabrik-Bau auserkoren.

Ab 2023 sollen dann in Nachbarschaft des Opel- und Fiat-Werks die ersten Fahrzeuge vom Band rollen. Laut Regierungsvertretern sollen durch das neue Werk 3000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Bei der Produktion der jetzt zwei vorgestellten Prototypen mit Batteriezellen von jeweils 40 und 60 kWh ist die Montage von 5 Modellen geplant, die allesamt von Torino Design projektiert werden sollen.

Fotos: ElectroMobility Poland

Der als polnische Auto-Marke kreierte Name ,,Izera“ ist die polnische Bezeichnung für einen rechten Nebenfluß der Elbe (Kleine Iser). Dieser Namen ist allerdings auch keltischen Ursprungs und bedeutet soviel wie ,,Schnell“. Bleibt zu hoffen, dass ,,Izera“ kein Schnellschuß bleibt.

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