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Lockdown-Ende – Reisewarnung für Polen aufgehoben

In Polen kann man  im Innern eines Restaurants wieder Platz nehmen. Auch der Besuch in Fitness-Studios und Solarien ist unter Einhaltung der Sanitär-Regelungen und bei Berücksichtigung einer Kapazitäts-Grenze bis zu 50 Prozent möglich. Reglementierungen wie die Adress-Hinterlegung oder die Vorlage eines aktuellen Corona-Tests gibt es dabei nicht.
Auch in den Schulen kehrt man wieder zum vollständigen stationären Unterricht zurück.

Foto: PL-Agentur

Die jetzt vorgenommenen Lockerungen sind die letzte Stufe des von der Regierung bereits im April vorgelegten Mehrstufen-Programms mit zeitlich festgelegten Fristen zum Abbau der Corona-Beschränkungen. All diese Fristen wurden eingehalten. Bereits Anfang Mai öffnete wieder der Handel, Museen und Kunst-Galerien. Am 8. Mai folgten die Hotels und andere Beherbergungs-Einrichtungen mit einer zu belegenden Betten-Kapazität von max. 50 Prozent. Am 15.Mai konnte dann auch wieder die Außen-Gastronomie und Sportobjekte im Außenbereich mit einer beschränkten Teilnehmerzahl-Zahl öffnen.

Der schrittweise Abbau der Beschränkungen ging mit dem rasanten Rückgang der Corona-Infektionen und der Entspannung der Situation in den Krankenhäusern einher. Das Gesundheits-Ministerium in Warschau meldete zuletzt (28.Mai) nur noch 946 Neu-Infektionen und 35 Todesfälle im direkten Zusammenhang mit Corona. Die Zahl der Patienten, die in den Krankenhäusern wegen Corona behandelt werden müssen, ist inzwischen auf unter 6 000 gesunken.
Die in den vergangenen Wochen stark rückläufige Entwicklung der Corona-Infektionslage in Polen hat nun auch das Robert-Koch-Institut in Berlin zur Kenntnis genommen. Polen wurde von der Liste der Risiko-Länder gestrichen. Die Reisewarnung ist damit hinfällig. Ab Sonntag (30.Mai) sind damit wieder Reisen von Polen nach Deutschland per Auto, Bus und Bahn ohne Tests möglich. Nur bei Flugreisen ist weiterhin ein negativer Corona-Test notwendig (nicht für vollständig Geimpfte).

Probleme mit Impfeintrag von BioNTech/Pfizer an der Grenze

Anders sieht es dagegen bei der Einreise nach Polen aus. Hier gilt noch weiterhin eine Quarantänepflicht von 10 Tagen, von der man sich mit einem negativen Covid-19-Testergebnis befreien kann. Dies gilt allerdings nicht für Grenzpendler und den gewerblichen Warentransport. Auch Personen, die mit einem von der EU zugelassenen Impfstoff vollständig geimpft wurden , sind davon befreit. Allerdings gibt es dabei auch Probleme, speziell bei Deutschen, die mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer geimpft wurden und an der Grenze ihren Impf-Ausweis als Impf-Beleg vorweisen. Da ist aber das Etikett ,,Comirnaty“ eingetragen, das von BioNTech/Pfizer offiziell vorgegebene Etikett für deren Impfstoff. Damit kommen aber die polnischen Beamten an der Grenze nicht klar. Dort hat sich noch nicht herumgesprochen, dass ,,Comirnaty“ der Impfstoff von Pfizer/BioNTech ist. Eine Information aus der Zentrale, wie damit umzugehen ist, gibt es bislang auch nicht. Also wurden auch schon Deutsche mit diesem Impf-Eintrag wieder an der Grenze zurückgeschickt.
Die Kontrollen durch polnische Beamte an der Grenze werden nach amtlichen Angaben zunächst erst einmal noch bis zum 6.Juni fortgeführt.
Im Unterschied dazu geht Polen bei Einreisen aus Großbritannien weiter lax um. Einreise-Beschränkungen zum Schutz vor der indischen Virus-Variante aus Großbritannien, wie sie Deutschland, Österreich und Frankreich eingeführt wurden, hält Polen nicht für nötig.
Aus Fehlern hat man in Warschau offensichtlich nichts gelernt. So hatte man in Rücksicht – oder besser gesagt in Nachsicht auf die knapp eine Million Polen, die in Großbritannien arbeiten und von denen viele erwartungsgemäß zu Weihnachten ihre Familien in der Heimat besuchten, keine Kontrollen durchgeführt. Dies betraf nicht nur jene, die in großer Schar mit dem Auto über Deutschland einreisten. Auch auf den Flughäfen wurden zu Weihnachten keine Corona-Tests durchgeführt, was nach Ansicht der Wissenschaftler eine Ausbreitung der britischen Variante des Corona-Virus in den nachfolgenden Wochen in Polen zur Folge hatte.
Auch jetzt sieht man wieder keine Veranlassung von besonderen Maßnahmen zum Schutz vor der indischen Variante des Corona-Virus aus Großbritannien. Wenn es notwendig ist, werde die Regierung entsprechende Maßnahmen ergreifen, heißt es lakonisch aus dem Gesundheitsministerium. Dies sei gegenwärtig nicht der Fall.

© Magda Szulc / infopol.PRESS