Deutsche Schiffe – ,,Gefahr für Polens nationale Sicherheit“

Unfassbar! Jahrelang ist Polen entschieden gegen die Erdgasleitung Nord Stream 2 eingetreten und hat keine Maßnahme unterlassen, den Bau der Pipeline zu verhindern, über die russisches Erdgas nach Deutschland und Westeuropa geliefert werden soll. Und dann diese Peinlichkeit! Zwei Schiffe, die am Bau der der umstrittenen Pipeline in der Ostsee beteiligt sein sollen, fahren unter polnischer Flagge!!

 

Unter polnischer Flagge für Nord Stream 2

Die polnische Regierung hat jetzt Maßnahmen getroffen. ,, Die Schiffe sind Eigentum eines deutschen Reeders. Sie werden seit Freitag als Einheiten betrachtet, die gegen die Sanktionen gegen Nord Stream 2 verstossen“, erklärte Grzegorz Witkowski, Vizeminister im Infrastruktur-Ministerium.
Der Minister unterstrich, dass keines der Schiffe, die unter polnischer Flagge fahren, die Interessen des polnischen Staates bedrohen darf. ,,Uns interessiert nicht, was sie transportieren und was sie machen, solange sie nicht die wirtschaftlichen Interessen unseres Landes bedrohen. Aber diese beiden Schiffe wurden in letzter Zeit bei Arbeiten an dem Projekt Nord Stream 2 beobachtet“. Konkret hatten die polnischen Dienste die beiden Schiffe schon seit Januar auf dem Radar. Nach Analyse der von den Sicherheits-Behörden vorgelegten Dokumente habe man deshalb ein Verfahren zur Ausregistrierung die Schiffe aus dem polnischen Schifffahrts-Register eingeleitet. Der Welt (den USA) soll gezeigt werden: Polen habe nichts gemeinsam mit diesen beiden Schiffen. Der Minister warnte: Sollten die beiden deutschen Schiffe im polnischen Hoheits-Gewässern auftauchen, werden sie aufgebracht.

Hamburger Unternehmen im polnischen Radar

Bei den beiden Schiffen handelt es sich um die ,,Krebs Geo“ und ,,Krebs Jet“. Wie Recherchen von infopol.PRESS ergaben, wurden die beiden Schiffe von der Krebs Offshore Shipping Sp. z o.o. angemeldet. Das Unternehmen wurde im September 2010 im polnischen Handelsregister mit Geschäfts-Sitz in Gdynia und Stammkapital von 5000 Złoty eingetragen. Als Geschäftsführer ist der Wismarer Peter Cipra eingetragen. Eigentümer ist die Robert Krebs Gmbh, die zur Hamburger Unternehmens-Gruppe Krebs in Hamburg gehört.
Bei den unter polnischer Flagge fahrenden ,,Krebs Geo“ handelt es sich um ein auf der Elbewerft Boizenburg für das Fischkombinat Sassnitz gebautes Fischerei-Fahrzeug (ehemals SAS 319). 2003 außer Dienst gestellt, wurde es danach komplett neu aufgebaut. Als ,,Krebs Geo“ unter polnischer Flagge mit Heimathafen Gdynia ist es als Unterbringungsschiff, auf dessen Deck auch Ausrüstungs-Gegenstände gelagert werden können, im Einsatz.
,,Krebs Jet“ ist dagegen ein 15 Meter langer High Speed Craft vom Schiffstyp Offshore Tenderboot /Crew-Transferschiff. Laut Marine-Dienst vesselfinder befinden sich ,,Krebs Geo“ gegenwärtig im Rostocker Hafen und ,,Krebs Jet“ im alten Holzhafen von Wismar.
Wie der Direktor des Seefahrts-Amtes in Gdynia Wiesław Piotrzkowski informierte, wurden die Sicherheits-Dokumente der ,,Krebs Geo“und ,,Krebs Jet“ aus Gründen ,,der nationalen Sicherheit“ bereits für ungültig erklärt. ,,De facto können sie damit nicht aus den Häfen auslaufen, da sie noch die polnische Flagge haben“, verkündete Minister Wittkowski. Um die Angelegenheit bis zum Ende zu klären, werde das Außenministerium eingeschalten.

Regierung erleichtert: Biden setzt Blockade-Politik fort

Nachdem seit dem Abgang von Donald Trump die direkten Gesprächs-Kanäle aus dem Weißen Haus nach Warschau verstummt sind, hat die polnische Regierung jetzt mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass auch die Administration des neuen US-Präsidenten Joe Biden an der von Donald Trump eingeleiteten Politik gegenüber Nord Stream 2 festhält. So hatte US-Außenminister Antony Blinken bei seinem ersten Treffen mit Bundes-Außenminister Heiko Maas einen Stopp der Ostsee-Gaspipeline gefordert. Präsident Joe Biden habe sehr deutlich gesagt, dass er die Pipeline für eine schlechte Idee halte, sagte Blinken in Brüssel. Sie habe das Potenzial, die Interessen der Ukraine, Polens und anderer Partner oder Verbündeter zu untergraben.
Derzeit fehlen noch rund 50 Kilometer an der Fertigstellung der 1200 Kilometer langen Pipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee, über die jährlich 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas zum Endpunkt Lubmin bei Greifswald gepumpt werden sollen. Ende 2019 waren die Bauarbeiten an der Pipeline gestoppt worden, nachdem die USA ein erstes Sanktionsgesetz gegen die Pipeline-Verlegeschiffe in Kraft gesetzt hatten.

Wunschtraum: Polen als internationaler Player im Erdgas-Geschäft

Nord Stream 2 schade Europa, das sich bei der Energieversorgung in Abhängigkeit von russischen Erdgas begebe, argumentieren die Befürworter der Sanktionen. Die Ukraine werde dadurch vom europäischen Energiemarkt abgekoppelt. Kritiker verweisen dagegen darauf, dass die Sanktionen gegen die Pipeline durch das Interesse der USA motiviert sind, ihr eigenes Erdgas in Europa zu verkaufen. Wohin? Vor allem nach Polen und Litauen. Der staatliche polnische Erdgas-Versorger PGNiG hatte dazu in der Amtszeit von Donald Trump mit dem US-Konzern Cheniere Energy langfristige Verträge über die Lieferung von 40 Mrd Kubikmeter Erdgas aus den USA bis zum Jahre 2042 unterzeichnet. Zusammen mit den LNG-Gaslieferungen aus dem Emirat Katar und norwegischen Erdgas über die Ostsee-Pipeline Baltic Pipe (Fertigstellung 2022) soll Polen zum Gas-Hub in Europa aufgebaut werden, vom dem aus die Nachbarländer, vor allem die Ukraine, mit Erdgas aus Polen versorgt werden sollen.

Mit deutschen Schiffen unter polnischer Flagge, die an Nord Stream 2 beteiligt sind, sieht sich Polen in seiner Glaubwürdigkeit gegenüber den amerikanischen Partnern empfindlich getroffen. Dass es sich dabei nur um Schiffe handelt, die Frühstücks-Sandwiches u.a. für die Arbeiter auf hoher See anliefern, ist für Polen dabei zweitrangig.

© Andreas Höfer / infopol.PRESS

20 Mio. t Steinkohle: Tauron erschließt neue Zeche

Foto: Tauron

Der staatlich kontrollierte polnische Energiekonzern Tauron hat mit der Erschließung eines neuen Steinkohle-Flözes im Bergwerk Sobieski begonnen. Wie das Unternehmen mitteilt, will Tauron in den nächsten 10 Jahren rund 20 Mio. t Steinkohle aus den neuen Vorkommen abbauen. Die Steinkohle habe einen niedrigen Chlor-Gehalt, wodurch die ,,hochgeschraubten Anforderungen an moderne Kohlekraftwerke erfüllt werden“ heißt es dazu in der offiziellen Mitteilung des Unternehmens. Zudem sei das Steinkohlebergwerk auf kürzesten Wege über eine direkte Bahnverbindungen mit dem 4 Kilometer entfernte Kraftwerk Jaworzno verbunden, was die Kosten senke.

Der Energiekonzern Tauron hatte erst vor einigen Wochen im oberschlesischen Jaworzno (bei Katowice) ein neues Steinkohlekraftwerk mit 910 MW in Betrieb genommen. Jährlich sollen dort bis zu 6,5 TWh Strom erzeugt werden, wodurch der Strombedarf von 2,5 Mio. Privat-Haushalten gedeckt werden kann. Dazu werden im Jahr rund 2 Mio. t Steinkohle verstromt. Der neue Kraftwerks-Block hat einen um 45 Prozent höheren Wirkungsgrad als die aus dem Betrieb genommenen veralteten Erzeuger-Blöcke. Der Rückgang der Co2-Emissionen beträgt allerdings nur rund 30 Prozent.
Die Investition in das neue Kohlekraftwerk hat dem Energiekonzern rund 6 Mrd. Złoty (rund 1,35 Mrd. Euro) gekostet und wird von Tauron ,,als letzte große Investition in die Steinkohle“ bezeichnet. Tauron ist der zweitgrößte Energiekonzern Polens.

Kohle-Anteil an polnischer Energieerzeugung auf 70 Prozent gesunken

Wie aus den neuesten Daten der polnischen Agentur für den Energiemarkt hervorgeht, ist die Stromproduktion in Polen trotz des Lockdowns im zurückliegenden Jahr nur geringfügig um 3,8 Prozent auf 157,7 GWh zurückgegangen. Bei den einzelnen Energieträgern fiel der Rückgang am höchsten bei der Verstromung von Steinkohle mit 9 Prozent auf 71,6 TWh aus. Bei der Energieerzeugung auf der Basis von Braunkohle betrug der Rückgang 8 Prozent. Der Anteil von Steinkohle an der Stromerzeugung ist damit im Jahre 2020 auf 46 Prozent gesunken, der von Braunkohle auf 24 Prozent. In der Summe ist der Anteil der Kohle an der polnischen Energie-Erzeugung im vergangenen Jahr damit auf 70 Prozent gesunken. Zugenommen hat dagegen der Anteil von Erdgas und Erneuerbaren Energiequellen, insbesondere Photovoltaik-Anlagen.

Polen muss immer mehr Strom aus den Nachbarländern importieren

Da die Preise für Co2-Emissionsrechte bereits bei über 35 Euro pro t Kohlendioxid-Emissionen liegen und mit großer Wahrscheinlichkeit weiter steigen werden, ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren deutlichen Rückgang der polnischen Energie-Erzeugung auf Kohlebasis zu rechnen. Laut den Prognosen der EU-Kommission könnten die Preise für Co2-Emissionsrechte bis zum Jahre 2030 bereits auf 50 bis 70 Euro pro t ansteigen. Die polnische Energieerzeugung auf Kohle-Basis wird damit komplett unrentabel . Da Polen aber die nächsten zehn Jahre zumindest noch einen Teil der Kohle-Kraftwerke benötigt, werden die polnischen Strompreise weiter steigen. Schon jetzt hat Polen die höchsten Strompreise auf Großhandels-Niveau in Europa. Laut Experten-Schätzungen wird Polen deshalb zumindest in den nächsten fünf Jahren verstärkt billigeren Strom aus dem Ausland importieren müssen. Im vergangenen Jahr stieg der Stromimport aus Deutschland, Schweden und den anderen Nachbarländern bereits auf den bisherigen Rekord-Wert von 13,3 TWh. Bis zum Jahre 2025 könnte der Import in der Maximal-Variante bis zu 40 TWh ansteigen, was fast ein Viertel des gesamten polnischen Energiebedarfes ausmachen würde.
Mit einer schrittweisen Entspannung ist erst nach 2025 zu rechnen, wenn die ersten Offshore-Windparks in der Ostsee in Betrieb gehen. Nach jahrelang hinausgezögerten Entscheidungen und Verzögerungen treibt die Regierung jetzt deren Entwicklung mit Hochdruck voran. Das von dem parteilosen Klima-Minister Michał Kurtyka entwickelte und im Januar beschlossene Regierungsprogramm zur Energiepolitik bis zum Jahre 2040 sieht u.a. vor, im Zeitraum ab 2025 bis zum Jahre 2030 eine Offshore-Leistungskapazität von 5,9 GW, und bis 2040 von rund 11 GW aufzubauen, den Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamtpolnischen Brutto-Endverbrauch auf mindestens 23 Prozent (bis 2040) zu erhöhen und die Treibhaus-Gase bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Ab 2033 soll dann das erste Atomkraftwerk in Polen (sehr wahrscheinlich mit amerikanischer Hilfe) in Betrieb gehen.

© André Jański / infopol.PRESS

Solarparks auf 320 Hektar katholischen Kirchenland

Polens größter Energiekonzern, die vom Staat kontrollierte PGE-Gruppe, hat 300 Hektar Land von der Diözese Zielona Góra-Gorzów gepachtet. Bis zum Jahre 2023 sollen dort zwei Solarparks mit jeweils 250 MW aufgebaut werden, teilte die für Erneuerbare Energien zuständige PGE-Tochtergesellschaft PGE Energia Odnawialna mit.

Die gepachteten Ländereien befinden sich in der an Deutschland angrenzenden Wojewodschaft Lubuskie. Bisher waren sie als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen – die Katholische Kirche gehört zu den größten Landbesitzern in Polen. Über die Höhe der Pachtgebühren wollte der Staatskonzern keine Angaben machen. ,,Das ist der bisher größte Pachtvertrag, den wir im Rahmen unseres PV-Programms unterschrieben haben. Bisher haben wir uns bereits 2000 Hektar Land gesichert, auf denen Photovoltaik-Parks mit einer Leistung von insgesamt 1250 MW aufgebaut werden können“, sagte Marcin Karlikowski. Geschäftsführer der PGE Energia Odnawialna. Das PV-Programms der PGE verfolge das Ziel, in den nächsten zehn Jahr Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von mindestens 3 GW zu installieren.
Neben den großen Projekten wie den auf dem Kirchenland der Diözese Zielona Góra-Gorzów werde die PGE auch in kleinere PV-Anlagen investieren. Die PGE hat dazu jetzt die PV Lutol 1 i PV Lutol 2 auf einer Fläche von rund 3,4 Hektar in Betrieb genommen. Beide sind jeweils 1 MW-Solarfarmen, die aus der vorjährigen Auktion für Erneuerbare Energien im Bereich der Anlagen bis 1 MW als Sieger hervorgingen. PV Lutol 1 i PV Lutol 2 befinden sich  ebenfalls in der Wojewodschaft Lubuskie. Ausgestattet sind sie mit rund 3000 monokristallinen Solarzellen mit jeweils 350 Watt.

Die PGE-Tochter Energia Odnawialna ist nach eigenen Angaben gegenwärtig der größte Produzent von Strom auf Grundlage Erneuerbarer Energiequellen in Polen. Das Unternehmen besitzt u.a. 17 Wind-Parks, 29 kleine Wasserkraftwerke sowie fünf Solarparks, deren installierte Gesamtleistung 2,3 GW beträgt.  Dies ist allerdings nur die Hälfte der Wahrheit.

Kosten für Co2-Emissionsrechte zwingen zum Kohle-Ausstieg

Spektakuläre Licht-Installation von Greenpeace an einem PGE-Kraftwerk: ,,Schande“ mit dem Abbild von PiS-Ministerpräsident Morawiecki, der vor noch nicht allzu langer Zeit die Kohle-Verstromung propagierte. Foto: Greenpeace Polska

Der staatliche Energie-Konzern PGE, zu der PGE Energia Odnawialna gehört, ist auch der ,,schmutzigste“ Stromproduzent in Polen. Im ersten Halbjahr dieses Jahres produzierte der Konzern 22,6 TWh Energie. Dabei entfielen mit 29,3 Mio. t Kohlendioxid rund ein Fünftel des gesamten Co2-Ausstosses in Polen auf die Kohle-Kraftwerke der PGE. Den Spitzenplatz nimmt dabei das PGE-Braunkohlenkraftwerk Bełchatów als Europas größter Umweltverschmutzer ein. Konnten die Kohle-Kraftwerke der PGE in den vergangenen Jahren noch weitgehend kostenlose Co2-Emissionszertifikate in Anspruch nehmen, so hat sich die Situation für die PGE in diesem Jahr einschneidend verändert. Mit der von der EU-Kommission vorgenommenen Reduzierung der kostenlosen Co2-Emissions-Zertifikate für die PGE auf rund 1 Mio. t Treibhaus-Gas steigen die Kosten für den Kauf von Emissions-Zertifikaten nach PGE-Angaben in diesem Jahr auf 3,11 Mrd. Złoty (rund 700 Mio. Euro). In dessen Folge ist das EBITDA-Ergebnis des Staatskonzerns im konventionallen Bereich von 2,1 Mrd. Złoty auf 774 Mio. Złoty im ersten Halbjahr gesunken.
Tendenziell und progressiv steht ein weiteres Absinken des Netto-Ergebnisses auf der Tagesordnung. Die Energie-Erzeugung in den Kohle-Kraftwerken wird für die PGE unrentabel. Der Konzern hat deshalb den Schalter umgelegt. ,,Unser Ziel ist es, bis zum Jahre 2050 unseren Kunden zu 100 Prozent Grüne Energie anzubieten“, erklärte PGE-Vorstandschef Wojciech Dąbrowski.

© André Jański / infopol.PRESS

Geschützt: Durchbruch für Bau von polnischen Atomkraftwerken

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, geben Sie bitte Ihr Passwort unten ein:

Polnischer Kohle-Exit: Subventionierter Kohle-Abbau bis 2049

Nach tagelangen Protest-Aktionen von Bergleuten haben sich Gewerkschaften und die polnische Regierung jetzt auf einen Kohle-Ausstieg bis zum Jahre 2049 geeinigt. Bei einer schrittweisen Schließung der Steinkohle-Bergwerke , die aber erst ab 2028 an Fahrt gewinnt, wird den Bergarbeitern eine Fortzahlung ihrer Bezüge bis zur Rente zugesichert. Bis es zur endgültigen Schließung der letzten Steinkohle-Mine 2029 kommt, sollen die Verluste der weiterhin unrentabel arbeitenden Bergwerke durch öffentliche Zuzahlungen, also mit dem Geld der Steuerzahler, ausgeglichen werden.

Würde man die polnische Staats- Führung beim Wort nehmen, dann müsste sie schon längst ihre Koffer gepackt haben. Vor nicht allzu langer Zeit war es noch Staatspräsident Andrzej Duda im Gespann mit Regierungschef Morawiecki, der mit viel nationalen Pathos vor Bergarbeitern tönte: ,,Kohle ist der größte Schatz Polens…..Solange ich in Polen das Amt des Präsidenten ausübe, werde ich nicht erlauben, dass Irgendwer den polnischen Kohlebergbau ermordet“.
Davon ist heute nichts mehr zu hören. Wozu auch, die populistischen Wahlkampf-Versprechen haben ja ihren Zweck erfüllt. Dabei waren sie schon zum Zeitpunkt ihrer Abgabe von den Realitäten auf dem Energiemarkt überholt.

Steinkohle aus Oberschlesien teurer als Import-Kohle

Bereits im vergangenen Jahr steuerten die im staatlichen Kohle-Konzern PGG vereinten Bergwerke mit ihren 43 000 Beschäftigten auf eine finanzielle Katastrophe zu. Mit dem Verfall der Weltmarkt-Preise für Steinkohle lagen die Kosten für Steinkohle aus Oberschlesien mit umgerechnet über 90 Dollar pro Tonne im vergangenen Herbst bereits zu 50 Prozent über den Preis- Indizes für Vertrags-Steinkohle in den Häfen von Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen.
Anstelle der teuren polnischen Steinkohle setzten deshalb die polnischen Stromerzeuger im vergangenen Jahr über 15 Mio. t Import-Steinkohle aus dem Ausland ein. Den größten Teil davon bezogen polnische Unternehmen aus Russland. Importiert wurde jedoch auch Steinkohle aus anderen Ländern wie Kolumbien und Südafrika. Selbst aus den USA, wo die Förderleistung pro Beschäftigten zehnfach höher ist als in den Bergwerken der vom Staat kontrollierten polnischen Kohle-Gesellschaft PGG. In der Folge wuchsen die Kohle-Halden bis Anfang des Jahres auf über 15 Mio. t an. Obwohl die vier großen polnischen Energiekonzerne vom Staat kontrolliert werden und vom Staatsschatz-Minister Jacek Sasin angehalten wurden, verstärkte polnische Kohle zur Verstromung in ihren Kraftwerken einzusetzen, hat sich an der Situation nichts Grundlegendes verändert. Im Gegenteil: Unter dem Druck der finanziellen und ökonomischen Realitäten haben die Energieunternehmen begonnen, den Schalter umzulegen. So wird der Bau des neuen Kraftwerks im nordpolnischen Ostrołęka, der noch im vergangenen Jahr von der PiS-Regierung als Kohlekraftwerk konzipiert wurde, jetzt mit Erdgas geplant.

Kosten-Druck zwingt zur Umstellung auf Erneuerbare Energien

Selbst Polens größter Strom-Erzeuger auf Kohle-Basis, der staatliche Energiekonzern PGG, hat kürzlich eine Energie-Wende angekündigt. Der Konzern, auf dessen Kohle-Kraftwerke etwa ein Fünftel des gesamten polnischen Co2-Ausstosses entfallen, kündigte an, bis zum Jahre 2050 die Energie-Erzeugung zu ,,100 Prozent“ auf Erneuerbare Energien umzustellen.


Das plötzliche Umdenken erklärt der PGE-Vorstand mit dem immer stärker werdenden Kosten-Druck. Aus den PGE-Kraftwerken wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 29,3 Mio. t Kohlendioxid in die Umwelt gepustet. Allein der Kauf von Co2-Emissionsrechten für die Kohle-Verstromung hat dem Konzern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 3,1 Mrd. Złoty gekostet. PGE hat nun angekündigt, zunächst bis zum Jahre 2030 einen Viertel seiner Strom-Erzeugung auf Erneuerbare Energien umzustellen. Dazu sollen in den nächsten Jahren 6 Mrd. Złoty in Solar-Parks mit einer Leistung von 2500 MW investiert werden.

Inlands-Nachfrage nach Kohle sinkt schneller

Einen beschleunigten Abbau des Anteils der Kohle an der Energie-Erzeugung hat auch das Klima-Ministerium Anfang September in seinem Strategie-Programm zu Energie-Politik vorgelegt. ,,Das ursprüngliche Konzept ist aus heutiger Sicht in Verbindung mit den dynamischen Anstieg der Preise für Co2-Emissionsrechte unrealistisch”, sagte Michal Kurtyka, der als parteiloser Experte dem Ministerium vorsteht, bei der Vorstellung des neuen Programm-Entwurfs. Es sieht jetzt eine Senkung des Anteils der Kohle an der Energie-Erzeugung auf 37 Prozent bis zum Jahre 2030 vor. Gegenwärtig sind es noch knapp 75 Prozent. Bis zum Jahre 2040 sollen es dann nur noch 11 Prozent sein.

Der Entwurf des neuen Programms für die staatliche Energie-Politik stieß bei den mächtigen Kohle-Gewerkschaften auf entschiedenen Widerstand. Aus Protest dagegen fuhren mehrere Hundert Bergleute nicht mehr aus und blieben unter Tage. Die Gewerkschaften kündigten Streik-Aktionen an, wenn die Regierung den Gewerkschaften nicht konkrete Programme als Verhandlungs-Grundlage anbietet. In den nachfolgenden Verhandlungen ging es den Gewerkschaften in erster Linie um das Tempo für den Ausstieg aus der Kohle, Investitions-Möglichkeiten in moderne Kohle-Technologien und einem Restrukturierungsplan für den staatlichen Kohle-Konzern PGG, der technisch gesehen bereits insolvent ist. Anstelle der ursprünglich von den Gewerkschaften geforderten Verschiebung des Ausstieg aus der Steinkohle bis zum Jahre 2060 sieht die jetzt zwischen Gewerkschaften und Regierung getroffenen Vereinbarung die Schließung des letzten Steinkohle-Bergwerks im Jahre 2049 vor. Bis dahin wird schrittweise die Steinkohle-Förderung zurückgefahren. Den Bergarbeitern wird dabei eine Fortzahlung ihrer Bezüge bis zur Rente zugesichert.
Die Vereinbarung, die auf den ersten Blick wie ein Kompromiss erscheint, ist jedoch nur eine Sammlung von Zugeständnissen und Versprechen der Regierung, um die Bergarbeiter und ihre Gewerkschaften ruhig zu halten. Mit den Veränderungen und der Realität auf dem polnischen Energiemarkt haben sie nichts gemeinsam. So geht das Klima-Ministerium selbst in seinen Prognosen davon aus, dass der Bedarf der Energiewirtschaft an Steinkohle in den nächsten fünf Jahren um 11 Mio. t zurückgehen wird. Die jetzt mit den Gewerkschaften geschlossene Vereinbarung sieht dagegen nur eine bereits schon frühere geplante Schließung des Bergwerks Pokój im Jahre 2022 vor. Dadurch wird das derzeitige Förder-Aufkommen des staatlichen Kohlekonzerns PGG nur um knapp 1 Mio. t Steinkohle verringert. Eine Schließung von weiteren Bergwerken und Schachtanlagen, die der PGG finanzielle Verluste einbringen, ist in den nächsten Jahren nicht vorgesehen. Sie sollen mit anderen Bergwerken zusammengeschlossen werden. Erst im Jahre 2028 soll mit Bolesław Śmiały das nächste Bergwerk stillgelegt werden. Danach erfolgt die Schließung weiterer Bergwerke in zeitlich versetzten Etappen angelegt auf über 20 Jahre.

Absurde Vorstellung – Subventionierte Kohle, die keiner haben will

Regierung und Gewerkschaften vereinbarten, dass für die Fortsetzung der Steinkohle-Förderung in den unrentablen Bergwerken eine Subsidiär-Finanzierung aus dem Staatshaushalt erfolgt, also der Steuerzahler dafür aufkommen soll. Die Rede ist hier von jährlich 1 Mrd. Zloty an staatlichen Zuschüssen. Diese Regelung setzt aber die Zustimmung der EU-Kommission voraus. Experten halten dieses Ansinnen für absurd. Weshalb sollte die EU-Kommission ihre Zustimmung für öffentliche Zuzahlungen zur Finanzierung einer laufenden Produktion geben, deren Ziel auf eine Stabilisierung der Tätigkeit von Steinkohle-Förderunternehmen für 30 Jahre ausgerichtet ist, fragt der Fachinformationsdienst WysokieNapięcie. Schließlich hat sich die EU bereits 2018 im Zuge ihrer Klima-Beschlüsse von ihrer in der Vergangenheit praktizierten Politik verabschiedet, öffentliche Zuschüsse nur für Kohle-Bergwerke zu bewilligen, für die ein konkreter und zeitlich überschaubarer Schließungs-Termin festgelegt wurde. Und was passiert mit der geförderten Steinkohle, für die es in Polen keinen Bedarf gibt? Wenn sich der gesamte Plan als unreal erweist, dann hat er für die Regierung in Warschau zumindest ein Plus, schreibt der Branchendienst. ,,Denn Bergleute kann man dann sagen, wir wollten das Beste. Aber die Brüsseler Eurokraten haben das verhindert und den Plan muss man jetzt ändern und die Bergwerke früher schließen“.

,,Genug Blah, Blah, Blah. Eine tatsachliche Transformation JETZT ! “ Mit dieser nächtlichen Licht-Installation auf der zentralen Kohle-Halde hat Greenpeacediese Woche  die Vereinbarung zwischen der Regierung und den Kohle-Gewerkschaften kommentiert.  Foto: Greenpeace

Partikular-Interessen statt neuer Perspektiven für Bergbau-Regionen

Auch Greenpeace Polska hat in einem Schreiben an Ministerpräsident Mateusz Morawiecki die Regierung aufgefordert, endlich damit aufzuhören, die Bergarbeiter und die gesamte polnische Gesellschaft ,,mit leeren Versprechen und der Vorstellung von Plänen, die nicht zu erfüllen sind, weiter zu betrügen“. Die zwischen der Regierung und den Bossen der Kohle-Gewerkschaften geschlossene Vereinbarung stehe im Widerspruch zu der Idee von einer wahrhaften Transformation der Bergbau-Regionen. Sie sei geprägt von partikularen Interessen von Politikern, die sich um ihre Stühle sorgen und von Gewerkschafts-Funktionären, die nicht die tatsächlichen Interessen der Bergarbeiter repräsentieren. ,,Anstatt neue Perspektiven für die Bergbau-Regionen aufzuzeigen, haben wir eine Vereinbarung, die keine Chance hat, realisiert zu werden“, schreibt der Programm-Direktor von Greenpeace, Paweł Szypulski, in dem Brief an Regierungs-Chef Morawiecki. Für die Erarbeitung eines realen Planes zur Transformation der Bergbau-Regionen sei ein breiter gesellschaftlicher Dialog unter Beteiligung aller Seiten notwendig, einschließlich der kommunalen und regionalen Selbstverwaltungen.

© André Jański / infopol.PRESS

Auktionen 2021 sehen neue PV-Anlagen mit 1,7 GW vor

Die Auktionen für den Ankauf von Strom aus Erneuerbaren Energien für das Jahr 2021 sollen neue Anlagen mit einer Kapazität von 2,2 GW hervorbringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf PV-Anlagen. Dies geht aus dem jetzt vom Klima-Ministerium in Warschau vorbereiteten Gesetzentwurf mit den Vorgaben und Zielstellungen für die nächste Auktionsrunde hervor.
Das Ministerium geht davon aus, dass die neuen Anlagen für den Förder-Zeitraum von 15 Jahren einen Absatz von insgesamt 53,24 TWh Strom für 19,8 Mrd. Złoty ( rund 4,5 Mrd. Euro) sichern. Im Vergleich mit den Auktionen 2020 bedeutet dies tendenziell ein geringeres Stromvolumen, aber zu höheren Preisen. Zum Vergleich: Bei den Auktionen 2020 lag das für den Stromverkauf vorgesehene Gesamt-Volumen aus neuen und bestehenden Anlagen bei 75,3 TWh zum Preis von 27,4 Mrd. Złoty.

Auktionen nur für neue Anlagen

Im Unterschied zu früheren Auktionen betreffen die angegebenen Kapazitäten ausschließlich nur neue Anlagen. Der Verkauf von Strom aus bestehenden Anlagen Erneuerbarer Energiequellen ist in der Vorlage des Klima-Ministeriums für die Auktionen 2021 nicht geplant.

Boom bei PV-Kleinanlagen

Dies ist nicht der einzige Unterschied.  Lag bei den vorjährigen Auktionen der Schwerpunkt bei Onshore-Windprojekten, wird es jetzt bei den Auktionen 2021 zu einem von den Markt-Experten prognostizierten  Trendwechsel kommen.

Den durch das staatliche Zuschuss-Programm ,,Mój Prąd“ (Mein Strom) für kleine Hausanlagen ausgelösten Boom bei der Installation von Solar-Kleinanlagen (bis 1.August 262 000 Anlagen mit 1,7 GW) aufgreifend, setzt das Klima-Ministerium jetzt in seiner gesetzlichen Vorlage für die anstehende Auktionsrunde 2021 auf PV-Anlagen.

Von dem geplanten 2,2 GW—Kapazitätsvolumen sind 1,7 GW für die Installation von Photovoltaik-Anlagen vorgesehen. Diese teilen sich wie folgt auf:
700 MW für Anlagen mit mehr als 1 MW Leistung
♦ 1000 MW für Anlagen von bis zu 1 MW Leistung

300 MW für Onshore-Windanlagen

Für Onshore-Windanlagen ist ein Auktions-Kontingent von 300 MW für Anlagen mit mehr als 1 MW vorgesehen. Der Rest der Auktions-Kontingente entfällt auf Wasserkraft-Anlagen, Biogas-Anlagen (20 MW für große und 10 MW für kleine Anlagen) sowie für die Verbrennung von Biomasse (100 MW für Anlagen mit einer Leistung von 1 MW) .
Die Auktions-Termine für dieses Jahr wurden noch nicht bekanntgegeben, voraussichtlich finden sie aber wieder Ende des Jahres statt.

Wegen Corona-Fristverlängerungen

Im Zusammenhang mit den Folgen der Corona-Pandemie hat das Ministerium darauf aufmerksam gemacht, dass Investoren, die mit ihren Angeboten bei den letzten beiden Auktions-Runden erfolgreich waren und deren Termin-Fristen jetzt durch Zuliefer- oder Anschluss-Probleme gefährdet sind, die Möglichkeit einer Fristverlängerung um 12 Monate eingeräumt wird. Dies betrifft auch die garantierten Preise im Rahmen des feed-in-tarif- und feed –in-premium-Systems. Entsprechend Anträge auf Fristverlängerung sind bei der Energie-Regulierungs-Behörde URE zu stellen. Diese hat bisher bereits die Anträge von 145 Erzeugern auf Fristverlängerung positiv beschieden.

© André Jański / infopol.PRESS

Geschützt: Kohle-Tagebau Adamów wird zum Jahresende geschlossen

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, geben Sie bitte Ihr Passwort unten ein:

Foto: PL-MVI-Agentur

Porr und TGE bauen Gashafen auf Usedom aus

© André Jański / infopol.PRESS


Auf der polnischen Seite der Ostsee-Ferieninsel Usedom wird ein dritter gigantischer Gas-Tank errichtet. Die Betreibergesellschaft des LNG-Gashafens Swinemünde (Świnoujśćie) Polskie LNG hat dazu jetzt dem österreichischen Baukonzern Porr und der TGE Gas Engineering GmbH mit Sitz in Bonn den Auftrag zum Ausbau des Terminals erteilt.

Der Auftrag beinhaltet neben dem Bau eines Tanks mit einer Kapazität von 180 000 m³ den Bau eines zweiten Schiffs-Anlegeufers sowie einer dreigleisigen Bahnanschluss-Anlage mit einer Station zur Verladung von LNG-Gas in Bahn-Kesselwaggons. Der Auftragswert beträgt rund 450 Mio. Euro (1,9 Mrd. Złoty). Der Auftrag wird von der EU mit 130 Mio. Euro kofinanziert.

Für den Ausbau des LNG-Hafens hatte die Betreibergesellschaft Polskie LNG bereits Ende vergangenen Jahres mit der Selas-Linde GmbH aus Pullach einen Vertrag zur Lieferung der Regasifizierungstechnik unterzeichnet. Dabei handelt es sich um zwei Tauchflammenverdampfer (SCV -submerged combustion vaporiser), die zur Verdampfung von Flüssig-Erdgas (LNG) eingesetyt werden.

Kapazität hochgesetzt

Mit dem Ausbau wird die Regasifizierungskapazität des Gashafens bei der Wiederverdampfung des auf Schiffen angelieferten verflüssigten Erdgases (LNG) auf 8,3 Mrd. m³ im Jahr erweitert. Gegenwärtig beträgt die jährliche Regasifizierungskapazität des LNG-Hafens in Swinemünde 5 Mrd. m³ Erdgas. Ursprünglich hatte man einen Ausbau auf 7,5 Mrd. m³ geplant. Die in jüngster Zeit sich vollzogenen großen Veränderungen auf dem Gas-Markt und der Aufbau des Vertrauens in die Stabilität der Gaslieferungen hat uns zu der Entscheidung bewegen, die Kapazität des dritten Tank zu erhöhen und den Ausbau im größeren Maßstab vorzunehmen, erklärte dazu Tomasz Stępień, Vorstands-Chef der Gesellschaften Polskie LNG und der für das polnische Gasleitungs-System verantwortlichen Gaz System. Weltweit sei mit verflüssigten Erdgas (LNG) ein selbständiges Segment im Erdgas-Markt entstanden, z.B. als Antriebs-Kraftstoff im Transportwesen, auch in der Meeres-Schifffahrt. Polen will dabei ganz vorn mitspielen. Der Bau des zweiten Schiffsufer ermöglich uns eines Re-Export des verflüssigten Erdgases und ein Umladen auf kleinere Schiffe, also eine Bunkerung von LNG.

Bereits im vergangenen Jahr war in den Seehäfen von Danzig (Gdańsk) und Gdynia erstmals eine Bunkerung von LNG-Gas vorgenommen worden. Dabei erfolgte das Einpumpen in die mit LNG-Gas angetriebenen Schiffe noch über LNG-Tankwagen. In Zukunft soll dies über Bunker-Schiffe erfolgen.

Foto: PL-MVI-Agentur

Der LNG-Gashafen von Swinemünde hat gegenwärtig eine Auslastung von über 60 Prozent. Im Vergleich zu den anderen 22 Terminals in der gesamten EU ist dies ein hoher Wert. In den meisten dieser Terminals, in denen das in flüssiger Form angelieferte Erdgas (LNG) wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt wird, liegt die Auslastung bei nur etwa 30 Prozent.

Der LNG-Gashafen auf der Insel Usedom wurde offiziell im Sommer 2015 nach einjähriger Verspätung in Betrieb genommen. Gebaut wurde er von dem italienischen Unternehmen Saipem im Verbund mit polnischen Unternehmen, von denen seinerzeit einige Pleite gingen.

,,Epochale“ Bedeutung für ganz Polen

In den ersten Jahren nach der Inbetriebnahme bezog der staatliche polnische Erdgas-Versorger PGNiG in der das mit Tankschiffen angelieferte verflüssigtes Erdgas vor allem auf Grundlage einer langfristigen Vereinbarung aus dem Emirat Katar. Nach dem Macht-Wechsel in Warschau wurde die östlich der Swinemündung gelegene Anlage im Rahmen eines Staatsaktes im Juni 2016 in LNG Terminal Lech-Kaczyński umbenannt.  Im Juni 2017 folgte der nächste Staatsakt. Die gesamte polnische Regierung war angetreten als der erste US-Gastanker in Swinemünde einlief. Der Bezug von Erdgas aus den USA habe,,epochale” Bedeutung für ganz Polen, erklärte die damalige Regierungschefin Szydlo bei der Ankunft. Damit werde Polen für amerikanisches Erdgas zum Tor für die Märkte in Mittel- und Osteuropa. Die Vereinbarung mit den Amerikanern bedeute  das Ende des Preis-Diktats durch die Russen und eröffne die Möglichkeiten des Re-Exports. Nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Warschau im Sommer 2017, wo Trump bei einem Treffen mit Staatspräsident Andrzej Duda Polen die USA als neuen Erdgas-Lieferanten anbot, schloss der polnische Ergasversorger PGNiG mehrere umfangreiche Verträge für die Lieferung von US-amerikanischen LNG-Gases nach Swinemünde ab. Bei dem amerikanischen LNG-Gas handelt es sich um im umweltschädlichen Fracking-Verfahren gewonnes Erdgas.

Aufstieg zum ,,Big Player“ im Gasgeschäft geplant

Nach dem Jahre 2022, wenn die Verträge mit dem russischen Erdgas-Versorger Gazprom auslaufen, wird Polen russisches Erdgas durch amerikanisches LNG-Gas und Erdgas aus Norwegen (über die Ostsee-Pipeline Baltic Pipe) ersetzen.

Die dabei vertraglich gebundenen Kapazitäten ermöglichen Polen nicht nur den Landesbedarf an Erdgas zu decken, sondern auch Erdgas zu exportieren. Erklärtes politisches Ziel ist es, zum ,,Big Player“ bei der Erdgas-Versorgung im Mittel-/Osteuropa aufzusteigen. Dabei ist u. a. ein verstärkter Export von Erdgas in die Ukraine geplant.


Lesen Sie auch:

Italiener bauen polnische Ostsee-Pipeline

Foto: Baltic Pipe

Foto: Baltic Pipe

Italiener bauen polnische Ostsee-Pipeline

Der polnische Gasnetzbetreiber Gaz-System hat mit dem italienischen Unternehmen Saipem einen Vertrag zum Bau der Baltic Pipe unterzeichnet. Die Baltic Pipe ist eine Erdgasleitung durch die Ostsee, über die Polen ab dem Jahre 2022 Erdgas aus dem norwegischen Schelf beziehen wird. Die aus Dänemark kommende Pipeline sei ein Meilenstein in Polens Bemühungen, sich von der einseitigen Abhängigkeit von russischen Erdgas-Lieferungen unabhängig zu machen, erklärte Staatspräsident Andrzej Duda auf einer mit großen Pomp im Staats-Fernsehen übertragenen Rede, die seit Wochen schon nahezu täglich von der Propaganda-Maschinerie der PiS-Regierung als Wahlkampf-Hilfe für ihren Kandidaten aufgezogen wurde.

Projekt bereits vor 20 Jahren geplant

Das Projekt zum Bezug von Erdgas aus Norwegen war bereits 2001 unter der damaligen Buzek-Regierung aus der Taufe gehoben worden, um die einseitige Abhängigkeit von russischen Erdgas-Lieferungen abzubauen. Weil sich jedoch nicht genügend Partner fanden und eine Kosten-Explosion drohte, wurde das Projekt mehrfach wieder auf Eis gelegt. Nach dem Wahlsieg der PiS-Partei wurde das Projekt 2016 sofort wieder auf die Tagesordnung gesetzt.
Baltic Pipe ist heute ein gemeinsames Projekt der polnischen Netzgesellschaft Gaz-System und der dänischen Energinet. Baltic Pipe ist eine rund 275 Kilometer langen Verbindungsleitung vom norwegischen Leitungssystem. Vom dänischen Festland bei Faxe South auf Seeland kommend verläuft sie südlich der schwedischen Insel Bornholm durch die Ostsee. In Niechorze wird sie dann auf polnisches Festland überführt.

Niechorze liegt auf ungefähr auf halben Weg zwischen Koszalin und der Insel Usedom. Beim polnischen Gasleitungs-Systembetreiber legt man Wert auf die Feststellung, dass die Gas-Pipeline in ihrem Verlauf deutsche Hoheitsgewässer umgeht. Von Schlüssel-Bedeutung ist dabei der Standort, wo die Baltic Pipe mit der aus Russland kommenden Gas-Pipeline Nord Stream kreuzt, die Deutschland und Westeuropa mit russischen Erdgas versorgt.

Foto: PL-MVI-Agentur

Den Auftrag im Wert von 280 Mio. Euro, den der italienische Saipem-Konzern jetzt erhalten hat, sieht neben der Verlegung der Rohre in Wassertiefen von 4 bis 57 Metern u.a. auch Mikrotunnel- und Tiefbauarbeiten in Polen und Dänemark vor.

Die Kosten des gesamten Baltic-Pipe-Projekts werden auf rund 1,6 Mrd. Euro geschätzt. Davon steuert die EU 215 Mio. Euro Fördermittel aus dem EU-Fonds Connecting EuropaFacility bei, mit dem Infrastruktur-Projekte in der EU gefördert werden. Für das Projekt Baltic Pipe hatte die EU in den vergangenen drei Jahren bereits rund 52 Mio. Euro für Machbarkeitsstudien und für die Kofinanzierung von Genehmigungsverfahren bereitgestellt

 

Aufstieg zum ,,Big-Player“ im Erdgasgeschäft geplant

Die Gas-Pipeline wird auf einen Durchlauf von jährlich 10 Mrd. m³ Erdgas ausgelegt. Das sind etwa 60 Prozent des gesamten polnischen Erdgas-Verbrauchs, der gegenwärtig bei 17 Mrd. m³ liegt. In den Planungen der polnischen Regierung ist das Jahr 2022 als Termin der Fertigstellung fest eingepreist. 2022 läuft auch der langfristige Vertrag über die Lieferung von russischen Erdgas nach Polen aus. An einer Verlängerung dieses Vertrages ist Polen nicht mehr interessiert.
Polen hatte die Dienste des italienischen Saipem-Konzern bereits beim Bau des LNG-Flüssighafens in Świnoujście (Swinemünde) auf der polnischen Seite der Insel Usedom in Anspruch genommen. Über dieses Terminal wird verflüssigtes Erdgas (LNG) über Tankschiffen aus dem Emirat Katar und den USA (Schiefergas) bezogen, wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt und in das landesweite Leitungsnetz von Gaz-System gepumpt. Nach dem Abschluß von langfristigen Verträgen zur Lieferung von LNG-Gas aus den USA soll die gegenwärtige Verarbeitungskapazität des LNG-Terminals in Swinemünde von gegenwärtig 5 Mrd. m³ auf 7,5 Mrd. m³ ausgebaut werden.
Einschließlich der Landes-Förderung von Erdgas (4 Mrd. m³) stehen Polen nach dem Jahre 2022 mit Baltic Pipe und dem Terminal rund 21,5 Mrd. m³ Erdgas zur Verfügung. Dies ist weit mehr als Polen selbst verbraucht. Mit dem Überschuß verbindet man in Warschau die Absicht, zum ,,Big-Player“ bei der Erdgas-Versorgung Mittelosteuropa aufzusteigen und einen Nord-Süd-Korridor von der Ostsee bis zum Mittelmeer zu schaffen. Länder wie die Ukraine, Ungarn und  Slowakei  sollen dann mit ,,polnischem Erdgas” versorgt werden. Ob dieser Wunsch aber aufgeht, hängt wesentlich vom Preis ab, zu dem Polen das Erdgas verkauft. Und über den Preis schweigt man sich bei den polnischen Entscheidungs-Trägern bislang aber beharrlich aus.

© infopol.PRESS

Foto: Kozeluh/Pixa

Polnischer Kohle-Bergbau – Tanz auf dem Vulkan

Die im Februar von der polnischen Statistik-Behörde gemeldeten Lohn-Daten für Dezember waren für viele polnische Arbeitnehmer ein Schock. Durchschnittlich 17 584 Zloty haben die Kohle-Kumpel im Dezember verdient. Das sind umgerechnet rund 4140 Euro brutto und dreimal mehr als der von der Statistik ermittelte Durchschnittslohn in der polnischen Volkswirtschaft (in Firmen mit mehr als 10 Beschäftigten). Der betrug nur 5604 Zloty (~1320 Euro).

Bei den von der Statistik-Behörde gemeldeten Zahlen sind allerdings die traditionell im polnischen Bergbau im Dezember gezahlten Prämien-Zahlungen zu berücksichtigen. Ohne die würde der Lohn-Unterschied im Kohle-Bergbau zu den Beschäftigten in den anderen Wirtschaftsbranche nur etwa das Doppelte ausmachen.

Berücksichtigt man die Schwere der Arbeit unter Tage und die damit verbundenen Risiko-Faktoren scheint dies auch angemessen. Trotz der hohen Löhne im Kohle-Bergbau, von denen ein Großteil der Beschäftigten in Polen nur träumen kann, herrscht bei den Bergleuten und ihren Gewerkschaften Unzufriedenheit und Kampfes-Stimmung, die die Regierung in Warschau in Unruhe versetzt.

 

Im Unterschied zu ihren Vorgängern mußte sich die PiS-Regierung bislang nicht mit Spannungsherden im oberschlesischen Kohle-Bergbau auseinandersetzen. Dazu trugen die von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Staatspräsident Andrzej Duda mit großen propagandistischen Aufwand inszenierten Reden in Oberschlesien bei. Ihr Tenor: Der Kohle-Bergbau war, ist und wird in den nächsten 100 Jahren das Rückgrat der polnischen Volkswirtschaft bleiben. Jetzt droht aber die Situation zu kippen. Die 13 führenden Gewerkschaften der Polnischen Bergbau-Gruppe PGG – insgesamt sind dort 143 selbständige Gewerkschaften tätig – haben für den 17.Februar einen zweitägigen Warnstreik angekündigt. Eine Woche später soll eine Streik-Urabstimmung erfolgen und für den 28. Februar ist ein Marsch auf Warschau geplant.

Die PGG ist Europas größter Steinkohle-Produzent. Von den insgesamt 129 000 Beschäftigten in der polnischen Kohle-Branche arbeiten rund ein Drittel (42 000) bei der PGG.

Die Vorbereitung zu Streiks und Protesten ist eine Reaktion auf die gescheiterten Verhandlungen mit dem Vorstand der vom Staat kontrollierten Kohle-Gesellschaft. Die Gewerkschaften fordern eine Lohn-Erhöhung um 12 Prozent, die Auszahlung des 14. Monatseinkommens in voller Höhe sowie ein Stopp der Kohle-Importe. Davon aufgeschreckt hat sich Polens mächtigster Mann in der staatlich dirigierten Wirtschaft Vizepremier Jacek Sahin, dem die staatlich kontrollierten Unternehmen des gesamten Energie-Sektors unterstehen, vergangene Woche nach Schlesien aufgemacht, um selbst an den Mediations-Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und PGG-Vorstand teilzunehmen.

Kraftwerk Łaziska. Bergarbeiter blockierten vor einigen Tagen dessen Zufahrten, um die angebliche Verstromung von russischer Kohle zu verhindern. Foto:Tauron/Łaziska.

Vor dem Hintergrund, dass Bergarbeiter bereits zuvor die Zufahrten eines Kraftwerkes im oberschlesischen Łaziska versperrt hatten, weil dort angeblich Kohle aus dem Import statt polnischer Kohle verstromt wurde, versprach der Vizepremier, dass die vier großen, vom Staat kontrollierten Energie-Erzeuger nicht mehr Steinkohle aus dem Ausland importieren werden. Bei den Lohn-Verhandlungen konnten dagegen keine grundsätzlichen Kompromisse erzielt werden, weshalb die Gewerkschaften an ihren Streik-Planungen festhalten.

Der PGG-Vorstand hatte ein verändertes Entlohnungs-Modell vorgeschlagen. Danach sollen Lohn-Erhöhungen in Abhängigkeit von dem Betriebsergebnis und nach Effektivitäts-Kriterien in den einzelnen Bergwerken der PGG erfolgen, gerade weil die Förderproduktivität im Vergleich zu anderen Bergwerksgesellschaften niedrig ist. Schätzungen zufolge betrug sie im vergangenen Jahr 700 t Kohle pro Beschäftigten in der staatlich dominierten PGG. In dem von der privaten tschechischen EPH-Gruppe kontrollierten Bergwerk Silesia betrug sie dagegen rund 1100 t pro Beschäftigten. Und in der an der Warschauer Börse notierten Bergwerksgesellschaft Bogdanka sogar auf dem Niveau von 1600 bis 1800 t pro Mitarbeiter. Die Gewerkschafter der PGG lehnten jedoch den Vorschlag ihres Vorstands entschieden ab. Für sie kommen nur gleichmäßige Lohn-Erhöhungen für die Beschäftigten in allen Bergwerken der PGG in Frage.

Für den PGG-Vorstand ist dies nicht annehmbar. Er steht finanziell mit dem Rücken an der Wand. Die Arbeitskosten bei der PGG machen bereits über 50 Prozent der Gesamtkosten aus, was für polnische Verhältnisse ungewöhnlich hoch ist. Im Jahr 2018, als die Unternehmens-Gewinne wegen der hohen Weltmarkt-Preise für Steinkohl noch sprudelten, schien dies kein Problem zu sein. Inzwischen hat sich die Situation mit dem Absturz der Weltmarkt-Preise für Kohle dramatisch verändert. Während polnische Steinkohle nach drei Quartalen 2019 durchschnittlich über 90 Dollar pro Tonne kostete, sind die Preis-Indizes für Vertrags-Steinkohle in den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) zum Jahresende auf unter 60 Dollar pro Tonne abhängig von den Güteklasse gesunken. Für die vier großen vom Staat kontrollierten Stromerzeuger-Konzernen ein weiterer Anreiz zum Einsatz von Import-Steinkohle bei der Energie-Gewinnung.

Die polnischen Stromerzeuger hatten bereits bis Ende November schon 14,9 Mio. t Steinkohle aus dem Ausland importiert, die nicht nur billiger, sondern oft auch qualitativ besser als die Kohle aus den polnischen Bergwerken ist. Gleichzeitig sind aber die Kohle-Halden um die polnischen Bergwerke, nicht nur der PGG, bis Ende 2019 auf über 5 Mio. t Steinkohle angewachsen.

Die Regierung hat deshalb Anfang des Jahres die Einrichtung eines zentralen Kohle-Lagers angekündigt, um den Bergwerken den Rücken für den Fortgang ihrer Kohleförderung freizuhalten. Dessen Standort Ostrów Wlkp. liegt in Westpolen, im südöstlichen Teil der Wojewodschaft Wielkopolskie. Seitdem rollen die Kohlezüge nach Ostrów. Bis Ende Januar wurden dort bereits 300 000 t Steinkohle abgeladen, teilte das Ministerium für staatliche Aktivas mit. Weitere 700 000 t sollen folgen.
Die Absatz-Situation des Bergbaus wird noch durch die relativ warmen Wintermonate verschärft. Nach Angaben der Stromnetz-Gesellschaft PSE ist die Strom-Erzeugung aus Steinkohle im Dezember 2019 um 14 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zurückgegangen.

Mit dem Rückgang des Bedarfs an Steinkohle, den gesunkenen Weltmarktpreisen und deutlich reduzierten Gewinnen bei gleichzeitiger Verpflichtung 2 Mrd. Zloty an Anleihen zurückzuzahlen, steht der Vorstand des Kohlegesellschaft PGG mit dem Rücken an der Wand. Seine Hoffnung richtet sich jetzt darauf, dass die Weltmarkt-Preise für Steinkohle in den nächsten Monaten wieder anziehen. Eine trügerische Hoffnung, denn die Preis-Entwicklung ist nur ein Abbild der ersten Anzeichen einer einsetzenden Energiewende weg von fossilen Brennstoffen . Anders als die Regierung in Warschau, die sich im vergangenem Jahr auf dem EU-Gipfel als einziges EU-Land dem Ziel verschloss , bis zum Jahre 2050 Klima-Neutralität zu erreichen, setzt sich bei immer mehr polnischen Bürgern die Erkenntnis durch, dass es mit dem unrentablen polnischen Bergbau in staatlicher Hand nicht mehr so weitergehen kann. Dies belegt  auch eine Anfang Februar veröffentliche Umfrage von United Surveys. Danach sprachen sich 64 Prozent der Befragten für eine Aufgabe der Energie-Erzeugung auf Kohle-Grundlage aus. Und noch sogar 59 Prozent erklärten ihre Bereitschaft, mehr Geld für Strom auszugeben, wenn er nicht aus Kohle produziert wird.

Für die Regierung in Warschau wäre dies eigentlich ein unterstützendes Argument, den Schalter in der Energiepolitik umzulegen. Doch für die PiS-Regierung gilt das Gleiche, was schon für alle Vorgänger-Regierungen und wohl auch für nachfolgende Regierungen gilt. Sie scheuen es, bei Strafe ihres Untergangs sich mit den mächtigen Kohle-Gewerkschaften und ihren Interessen anzulegen. Ein Beleg dafür ist die drohende Aussage eines Gewerkschafters, dass die Buschbrände und ihre Auswirkungen in Australien nichts im Vergleich zu dem seien, wenn in Polen die Bergarbeiter zum Kampf für ihre Interessen rüsten.

Text: © André Jański / infopol.PRESS