Robert Lewandowski geht unter die Bauern – Geschäftlich!

Noch fließen die Millionen. Völlig ungewiss ist aber, ob der Fußball-Commerz nach Corona wieder den gleichen Stellenwert einnehmen wird wie vordem. Bayern-Star Robert Lewandowski baut jedenfalls mit weiteren Investitionen seinem Karriere-Ende vor. Der Kapitän der polnischen Fußball-Nationalmannschaft präsentierte sich jetzt mit der Geschäftsführung der Firma Bio-Gen als Investor in deren Schwestergesellschaft Bio-Lider. Die Firmen haben nichts gemeinsam mit den unter gleichen oder einer ähnlichen Namensbezeichnungen auf westlichen Märkten auftretenden Unternehmen wie z.B. einen Produzenten von Hauptpflege-Produkten oder dem renommierten US-amerikanischen Biotechnologie-Konzern. Nein. Die polnische Firma Bio-Gen produziert Bio-Präparate für die Landwirtschaft. Und das schon seit 30 Jahren nach ihrer Gründung im Oppelner Land (Namysłów). Zum Sortiment gehören u.a. Probiotika für die Tierernährung, biologische Präparate zur Stimulierung des Pflanzenwachstum und zur Schädlingsbekämpfung sowie Produkte zur Humusanreicherung des Bodens. Selbst medizinische Blut-Ekel gehören zu dem rund 300 Produkte umfassenden Sortiment. Für vier Produkte besitzt das Unternehmen eine Zertifizierung für die ökologische Landwirtschaft, die über die Schwestergesellschaft Bio-Lider, in die Robert Lewandowski investiert, vertrieben werden. Das Sortiment wird jetzt schrittweise erweitert.

,Diversifizierung meines Investitions-Portfolios“

,,Mich haben Innovationen schon immer interessiert. Bei der Diversifizierung meines Investitions-Portfolios unterstütze ich Branchen, die Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Deshalb habe ich in Bio-Präparate investiert“, erklärte der Bayern-Stürmer. Wieviel Kapital er in die Firma investiert hat und wie viel Anteile er übernommen hat, wurde in der offiziellen Bekanntmachung allerdings nicht mitgeteilt, lediglich, dass er einer der Hauptinvestoren sei.

Robert Lewandowski hatte erst vor einigen Wochen in Aktien der Firma Hymon investiert, die Solar-Anlagen installiert. Die Solar-Branche erlebt gegenwärtig in Polen einen Boom. Die Installation von häuslichen Solar-Kleinanlagen wird vom Staat gefördert. Die Firma Hymon ist eine von mehr als 1000 Firmen in Polen, die Solaranlagen montieren.

Zu Lewandowskis geschäftlichen Aktivitäten in Polen gehören u.a. auch Investitionen in Immobilien und Restaurants, in die Fondsgesellschaft Protos Venture Capital, die in Internet-startups wie wedding.pl oder lokalnyrolnik.pl (lokaler Bauer für Bio-Lebensmittel) investiert. Europas Fußballer des Jahres ist auch Eigentümer von zwei Marketing-Agenturen (RL Media und stor9 ) und an der Gesellschaft RL9sport Game beteiligt.
RL9 steht für das Namenskürzel und die Rücken-Nummer von Lewandowski. Ähnlichkeiten im Auftritt zu CR7 von Christiano Ronaldo sind nicht zufällig. Eben der übliche Fußball-Commerz !
Mit einem geschätzten Vermögen von einer halben Milliarde Złoty platzierten sich Robert Lewandowski und seine Frau Anna in der zuletzt von der Zeitschrift ,,Wprost“ herausgegebenen,,Liste der 100 reichsten Polen“ auf dem Platz 80.

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Erstes Lockdown-Opfer in polnischer Textilbranche

Wie die Adler-Modemärkte in Deutschland hat jetzt auch die polnische Textilbranche ihr erstes prominentes Opfer durch den Corona-Lockdown. Das Bezirksgericht von Łódź hat gegen den Eigentümer der bekannten polnischen Mode-Marke Gatta, dem Unternehmen Ferax, die Insolvenz eröffnet. Nach Korrektur einer fehlerhaften Informationsübertragung durch das Gericht unterliegt das Unternehmen jetzt einem Sanierungs-Verfahren.

Einer der letzten Textil-Produzenten in Europa

Gatta-Kalender mit der Popmusikerin Justyna Steczkowska

Die Marke Gatta steht für qualitativ hochwertige Damen-Unterwäsche, Strumpfhosen und Strümpfe, die auch in deutschen Mode-Boutiquen und Shops verkauft wird. Der Produzent aus Zduńska Wola (bei Łódź) produziert auch Fashion und Sportswear, darunter Shirts, Leggins, Blusen und Röcke. Vor über 25 Jahren gegründet ist er einer der wenigen großen Hersteller in Europa, die ihre Betriebe nicht nach China, Bangladesh oder in ein anderes Land Asiens verlegt haben.
Neben dem weltweiten Export werden die in Zduńska Wola gefertigten Textilien in der Gatta-Ladenkette in Polen verkauft. Dazu gehören 130 Läden. Die meisten davon befinden sich in den großen Verkaufs-Galerien und Handelszentren der Großstädte. Und hier liegen auch die Gründe für die Einleitung des Insolvenzverfahrens. Die hohen Kosten für die Anmietung der Lokale in den großen Handelszentren in Verbindung mit dem Umsatz-Rückgang durch die Lockdown-Maßnahmen haben das Unternehmen an den Rande der Zahlungsfähigkeit gebracht.

Zwar konnte das Unternehmen den ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr mit den zuvor erwirtschafteten Eigenkapital-Reserven (238 Mio. Złoty Umsatz 2019) noch überstehen und danach durch den Anstieg des online-Verkaufs sogar noch einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Der zweite Lockdown mit den amtlich angeordneten Ladenschließungen im November und Dezember haben dem Unternehmen jedoch den Rest gegeben. Von der jetzt eingetretenen Situation sind 1300 Mitarbeiter bedroht, die in der Produktion und dem Gatta-Vertriebsnetz beschäftigt sind.

Durch das eingeleitete Sanierungsverfahren ist das Unternehmen Ferax momentan vor der Durchsetzung der Gläubiger-Ansprüche geschützt, insbesondere von den Eigentümern der Handelszentren und den Mietforderungen. Mit den Insolvenzverwalter an der Seite kann das Unternehmen weiterhin seinen Geschäftsbetrieb fortführen. Allerdings sind die Läden weiterhin geschlossen und es ist bislang noch völlig ungewiss, ob die polnische Regierung die Lockdown-Maßnahmen mit der Schließung der Läden in den Februar hinein verlängert. Branchen-Experten sind sich jedoch einig, dass Gatta erst der Anfang einer Pleite-Welle und symptomatisch für die finanzielle Situation der gesamten Textil-Branche in Polen ist.

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Luxus-Hotel von Robert de Niro in Warschau eröffnet

In Warschau ist gestern das erste Hotel der Luxus-Marke Nobu in Polen offiziell eröffnet worden. Hollywood-Star Robert De Niro als einer der Gründer und Eigentümer von Nobu war selbst bei der Eröffnung nicht anwesend. Auch sonst ließ die Eröffnung den Glanz der Prominenz vermissen. Dies lag auch daran, dass die ursprünglich für den Juni geplante Eröffnung wegen den Corona-Beschränkungen verschoben werden musste. Dessen ungeachtet nahm das japanische Restaurant im Hotel von Robert de Niro bereits ab Mitte Juli die ersten Reservierungen an.

Beim Nobu-Hotel handelt es sich um einen komplexen Umbau des früheren sehr populären Hotels Rialto im südlichen Warschauer Stadtcentrum (ul. Wilcza), das um einen futristischen Flügel ergänzt wurde.

Foto: Nobu Hospitality

Das Lifestyle-Hotel hat 117 luxuriöse Zimmer und Suiten, die in unterschiedlichen Design, von klassisch bis modern, je nach Geschmack des Hotelgastes gestaltet wurden. Die Hotelpreise beginnen in der B&B-Option bei 199 Euro/Zimmer und gehen bis 850 Euro hoch.

Neben Wellness und einen exklusiven event-Bereich mit 450 m², bietet das 5-Sterne-Hotel ein Nobu Cafe. Im Mittelpunkt des Gastronomie-Angebots steht aber das Nobu Restaurant. Natürlich steht der japanische Herd-Künstler Nobu Matsuhisa nicht selbst am Herd. Geführt wird das Restaurant von Yannick Lohou, der bisher im Nobu Barcelona als Küchen-Chef das Zepter führte. ,,Wir glauben daran, dass unser Hotel und Restaurant zu einem kulinarischen und touristischen Pflichtpunkt auf der Stadtkarte von Warschau wird, durch den der Aufenthalt an diesem Ort attraktiver gestaltet wird“, sagte Anthony Campaniaris, Chef des Nobu in Polen.

12. Hotel der Luxus-Marke

Das Nobu Hotel in Warschau ist das 12.Objekt dieser Luxus-Marke weltweit.. Das erste Nobu Hotel wurde 2013 im Caesar’s Palace in Las Vegas eröffnet.
Die SignatureDishes des japanischen Meister werden seit der Eröffnung des ersten Nobu Restaurants in New York inzwischen weltweit in über 40 Nobu-Restaurants zelebriert.

Die Geschichte der globalen Marke Nobu Hospitality begann in den 80er Jahren in Los Angeles. Hollywood Star Robert de Niro war bei einem Besuch einem Restaurant, das Küchenmeister Nobu Matsuhisa gehörte so begeistert, dass er einige Jahre später mit dem japanischen Chef-Koch und dem Film-Regisseur Meir Teper die Lifestyle-Marke gründete.
Nobu Hotel hat bisher zahlreiche Auszeichnungen im Segment der Luxus-Hotelmarken erhalten, darunter u.a. den Luxury Travel Advisor’s Award of Excellence.

Im Zeichen der Corona-Pandemie gelten jedoch auch im Nobu Hotel und –Restaurant in Warschau einige Einschränkungen und an die Erfordernisse angepasste Bedingungen. Um die Abstands-Regelungen einzuhalten, gelten Personen-Limits beim Besuch des Restaurants und Cafés. Das Personal trägt Schutz-Masken. Die Aufzüge dürfen nur von Personen gleichzeitig genutzt werden, die auch gemeinsam übernachten. Die Zimmer selbst werden nach der Reinigung mit uv-Licht desinfiziert.

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Minister: Schluss mit ,,Lumpen-Tourismus“ in Kraków

Wie in anderen Tourismus-Hotspots  sind  auch in Kraków die ausländische Touristen von Corona vertrieben worden. Für Krzysztof Mazur ist der Lockdown deshalb ein guter Moment, um über ein neues Tourismus-Leitbild für die Stadt Kraków nachzudenken.

Krzysztof Mazur ist stellvertretender Minister im Entwicklungs-Ministerium. Schon vergangenen Herbst  hatte er bei den Parlamentswahlen  auf sich aufmerksam gemacht,  als er die Auswüchse des Alkohol-Tourismus in Kraków in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes mit der Frage stellte: Kraków – die Hauptstadt des billigen Wodka-Saufens? Diese Schlagzeile eines seiner Wahl-Plakate war illustriert mit einem Foto von nahezu splitternackten Touristen, die sich auf einer der prachtvoll ausgeschmückten Pferde-Droschken, die für Kraków typisch sind, mit sich mit der Flasche in der Hand zur Schau stellten. Im Hintergrund die Fassaden der Altstadt mit den zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Bauten der Sukiennice, der Tuchhallen, und der Marienkirche, in deren Innern sich der berühmte Hochaltar von Veit Stoß befindet.

Mit diesem ,,Lumpen- und Alkoholtourismus“ muss Schluß sein, forderte jetzt wieder Mazur bei einem Presse-Briefing, bei dem es vor einigen Tagen um die Vorbereitung eines neuen Tourismus-Bildes für die auf das nächste Jahr verschobene Expo-Weltausstellung in Dubai ging. Unter ,,Lumpentourismus“ versteht der Minister dabei die negativen Auswirkungen des Overtourism, unter denen Kraków wie auch andere europäische Städte zu leiden hat.

Seit dem EU-Beitritt 2004 sind die Besucher-Zahlen in der alten Königsstadt kontinuierlich gestiegen.  Im vergangenen Jahr kamen auf die 775 000 Einwohner der Stadt 14,5 Mio. Touristen, teilte die Stadtverwaltung mit. Davon 3,5 Mio. aus dem Ausland. Doch viele von ihnen, die mit den Billigfliegern Ryanair oder Easyjet  in Kraków landeten, hatten mit den Kulturgütern der Stadt wenig im Sinn. Insbesondere im anglo-amerikanischen Sprachraum wurde Kraków als Party-Stadt mit billigen Saufgelagen und wilden Partys angepriesen. Besonders populär bei jungen Engländern die Junggesellen-Abschiedspartys in Kraków.

American Airlines bewirbt Kraków mit der Wodka-Flasche

Nicht nur die Anwohner, auch einheimische Touristen fühlten sich zunehmend von den Saufgelagen in Krakóws historischer Altstadt mit ihren die nationale Identität und Souveränität repräsentierenden Bauten und Symbolen genervt und brüskiert. Als besonders verletzend wurde die Werbekampagne der Fluggesellschaft American Airlines (AA) im vergangenen Jahr empfunden. Bei der Ankündigung ihrer neuen Flugziele präsentierte sich AA-Vizechef Vasu Raja im Werbe-Film mit der Wodka-Flasche  in der Hand und das Flug-Ziel Kraków als Stadt empfehlend, in der man gut mit Freunden Wodka trinken kann.

6mal in der Woche  wollte American Airline von Chicago nach Kraków fliegen. Davon hat man jetzt Abstand genommen. Wegen der  Corona-Pandemie  sei die Nachfrage sehr gering. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.  American Airlines kündigte jetzt an, im kommenden Frühjahr den Linienverkehr von Chicago nach Kraków aufzunehmen.

Staatlicher Tourismus-Bon soll Impuls für Familien-Tourismus geben

Anstelle seines auf Alkohol gestützten ,,Lumpen-Tourismus“ sollte Kraków an einem Tourismus-Konzept arbeiten, dass sich an Familien mit Kindern orientiert, meint Mazur. Ein Impuls dafür gebe der  von der Regierung vorgeschlagene Tourismus-Bon. Der Tourismus-Bon ist ein Instrument aus dem Programm der PiS-Regierung, mit dem der von der Corona-Pandemie schwer angeschlagenen heimischen Tourismus-Branche wieder auf die Beine geholfen werden soll. Der Bon in Form eines elektronischen Vouchers hat einen Wert von 500 Zloty pro Kind. Mit dem Betrag können ausschließlich nur touristischen Dienstleistungen auf  polnischem Territorium bezahlt werden.

Der Tourismus-Bon, der frühestens Ende Juli ausgeteilt werden soll, hat in der Tourismusbranche, die eigentlich der Adressat dieser Hilfsprogramm sein sollte, ein sehr geteiltes Echo hervorgerufen. Während Hotels und andere Ferieneinrichtungen an der Ostsee und in den Bergen jetzt davon profitieren, sind die Hotels in den Städten praktisch davon ausgeschlossen. Im März und April vollständig geschlossen, hat die Lockerung der Corona-Schutzbestimmungen seit Anfang Mai nur im geringen Maße dazu beigetragen, die Besucher-Frequenz  in den Hotels der großen Städte zu beleben. Dies wird sich auch in der jetzt beginnenden Urlaubs-Hochsaison nicht ändern.

Ausländische Touristen geben viermal mehr aus als einheimische Touristen

Auch über das Ansinnen des Entwicklungs-Ministerium, die Tourismus-Politik stärker auf  den Familien- und Kulturtourismus auszurichten, überwiegt in Branchenkreisen die Skepsis. So verweist die Stadtverwaltung von Kraków darauf, dass eine Auswahl und Segmentierung von Touristen für die Stadt nicht hilfreich sei. Dies belegen allein schon die Höhe der Ausgaben ausländischer Touristen im Jahre 2019. Nach Angaben der Stadtverwaltung geben Touristen aus Irland das meiste Geld Kraków aus  – rund 2000 Złoty am Tag. Polnische Touristen geben dagegen bei ihrem Besuch in Kraków viermal weniger aus – durchschnittlich 500 Złoty pro Tag. Bei solchen Unterschieden ist man schnell wieder bei der Tagesordnung.

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7. Juli 2020

Über Kraków geht ein Stern auf

Die Vielfalt der polnischen Küche ist leicht vorhersehbar. Egal welcher Anlass – Taufe, Kommunion, Hochzeit oder stypa (Leichenschmaus) – man weiß schon vorher, was einen auf dem überladenen Tisch erwartet:: Rosół (Hühnersuppe) oder Barszcz (Rote Rüben-Suppe) , manchmal auch Żurek (Sauerteig-Suppe) , zerkochter Bigos (Kraut-Eintopf), Schnitzel, Hühnerkeulen, Rote Beete, Kraut-Salatbeilagen, gedünstetes oder gebratenes Schweinefleisch,- Saure Gurken, Klöße, ein Teller mit meist zerkochten Erbsen und Möhren und wie zu Großmutters Zeiten mit Mehlschwitze gesämte Soßen. Für den auf Convinience- und Fastfood-Produkten trainierten Esser ist diese einfache und oft schwere Küche ein Schmaus.

Wer dagegen mit guten Essen ein Geschmacks-Erlebnis, eine Aromen-Vielfalt und leichte und verdauliche Gerichte verbindet, wie im Guide Culinaire des französischen Meister-Kochs Auguste Escoffier als Grundlage der Koch-Kultur beschrieben, hat es schwer, in Polen ein Restaurant mit kreativen Köchen zu finden.

Nimmt man den Michelin-Stern als Gradmesser für gutes Essen, dann ist die polnische Küche mit bisher zwei Michelin-Sternen im internationalen Vergleich ein Niemands-Land. Zum Vergleich: Französische Restaurants haben 770 Sterne, italienische 429, Restaurants in Deutschland 364 Michelin-Sterne.

In Polen hatten bisher lediglich das Restaurant Senses und das Atelier Amaro in Warschau einen Michelin-Stern. Im neuesten und eben herausgekommenen Michelin Guide Main Cities 2020 konnten sie ihre Sterne wieder verteidigen. Und es jetzt ein weiteres polnisches Restaurant hinzugekommen. Nicht in Warschau, sondern in Kraków: die Bottiglieria 1881.
Der Name läßt vermuten, das hier nur italienische Küche nachgemacht wird. Doch weit gefehlt. Die Bottiglieria 1880 ist in Kazimierz zu finden, dem historischen jüdischen Viertel und heute angesagtesten Stadtteil von Kraków. Hier reihen sich Restaurants, Bistros, Bars und Cafés aneinander. Nach zehnjähriger Abwesenheit fühlte sich der Betreiber und Chefkoch Przemysław Klima nach der Rückkehr in seine Heimatstadt hier an Rom erinnert.
Przemek Klima hatte vorher fünf Jahre als Sous Chef in eben jenen beiden einzigen polnischen Restaurants mit Michelin-Stern gearbeitet, den Senses und Amaro in Warschau.

Seine internationalen Koch-Erfahrungen hat Przemek Klima im legendären Noma und dem Kadeau (2 Sterne) in Kopenhagen mit dessen kleiner Schwester Kadeau in den Dünen von Bornholm gesammelt. In Tim Mälzers legendärer Koch-Show ,,Kitchen Impossible“ hatte hier einst Sterne-Koch Max Strohe erhebliche Probleme, die Gerichte auf hohem Niveau nachzukochen.

Przemek Klima und sein erfahrenes Team bestechen in der Bottiglieria 1880 nicht nur durch ihre Koch-Künste. Ausgestaltet ist die mit cremefarbenen Marmor, der zu den rustikalen Holztischen passt. Dazu mit den kunstvoll schmiedeeiserne Skulpturen und Regalen mit erlesenen Weinen hat Przemek Klima etwas geschafft, was weit mehr ist als ein schickes Bistro, schreibt der Michelin-Führer in seiner Bewertung.
In der Bottigleria werden zu 90 Prozent Produkte aus der Region verwendet, um daraus gekonnt kreative, moderne Gerichte zuzubereiten. ,,Das Kochen ist rein und raffiniert, gepaart mit dem Vertrauen in moderne Kochtechniken, die Aromen zum Leuchten bringen“, lobt der Michelin-Führer.

Fotos: Bottigliera 1880

Zu den Highlights der Michelin-Prüfer gehörte eine schmackhafte Heilbutt-Tranche mit Mais und Safran. Als beste Option empfehlen sie das 5- oder 7-Gänge-Degustations-Menü. In der Bottigleria wird jedoch auch ein 12 oder 14 Gänge-Menü angeboten. Vor der Eröffnung des Menüs werden zum Aperitif frische Backwaren und vier Amuse Bouche gereicht.

Neben den Degustationsmenüs hält die Bottiglieria auch ein Menü a la Carte für Lauf-Kundschaft bereit. Die dürfte aber nach der Sterne-Auszeichnung jetzt kaum noch Platz finden. Wer jetzt reserviert, bekommt erst Mitte September einen Tisch.

Das Restaurant öffnet gegenwärtig abends von 17.00 bis 22.30 Uhr.

 

© Magda Szulc / infopol.PRESS

Foto: Suntago

Konkurrenz für Tropical Islands – Suntago eröffnet

Der weit vor den Toren Berlins gelegene Freizeit- Park Tropical Islands war auch für polnische Gäste eine erste Adresse. Dies wird sich jetzt wahrscheinlich ändern, denn mit Suntago Wasserwelt hat jetzt Europas größter Aqua-Park in Polen eröffnet. Er erstreckt sich auf einer Fläche von 20 Hektar! Eingebettet in einer Landschaft mit 700 Palmen, die u.a. aus Kostarika und Florida eingeführt worden, bietet er eine Vielzahl an Wasserspaß- und Relax-Attraktionen, die man in dieser Komplexität in Europa kaum woanders findet. Dazu gehören 32 Rutschbahnen mit einer Gesamtlänge von 3 Kilometern, darunter die mit 320 Metern längste Europas, eine Surf-Air-Anlage unter dem Dach, Wildwasser-Kanal, Abenteuer-Fluß, 10 thematische Saunen, 3 Sole-Bäder zum Thema Dead Sea usw. Insgesamt ist das Objekt in mehrere miteinander verbundene Themen-Ressorts (u.a. Dschungel-Ressort) aufgeteilt.

Die Eröffnung des Suntago ist eine polnische Happy-End-Geschichte. Bereits vor knapp 10 Jahren hatte es die ersten Versuche gegeben, in dem zwischen Łódź und Warschau gelegenen Standort bei Mszczonów eine großen Freizeitpark mit Indoor-Wasserpark zu installieren. Mit dem ,,Adventure World Warsaw“ sollte ein zweites Florida in Polen entstehen, versprach der niederländische Investor Jan Peter Mulders. 2012 wurde dafür der Grundstein mit Feuerwerk und großer Gala gelegt. Dabei blieb es. Statt der für 2015 geplanten Eröffnung mußte Mulders in Ermangelung von Geldgebern Insolvenz anmelden.

Familie Greidinger und die Wund-Gruppe

Die Geschichte sollte sich mit der Global City Holding als neuen Investor nicht wiederholen. Die Global City Holdings ist eine von der Familie Greidinger aus Israel gegründete Immobilien-Gesellschaft. Das Unternehmen war bisher in Polen vor allem durch die von Moshe Greidinger geführte Kino-Kette Cinema City bekannt. Insgesamt rund 170 Mio. Euro wurden in das Suntago investiert.

Das Suntago erinnert in seiner Ausgestaltung etwas an die Thermen und Bäderwelt in Erdingen und Sinsheim. Und das ist kein Zufall. Für die Projekt-Entwicklung zeichnete maßgeblich die Wund-Gruppe aus Friedrichshafen verantwortlich. In der polnischen Öffentlichkeit findet der deutsche Projekt-Entwickler für das Suntago allerdings kaum Erwähnung.

Im Vergleich zu ähnlichen Objekten in anderen europäischen Ländern glänzt das Suntago auch bei den Eintrittspreisen. Die Preise beginnen bei 39 Złoty für Kinder Und 59 Złoty (rund 14 Euro) für Erwachsene. Für ein Tages-Ticket, das den Besuch aller Ressorts und  Erlebnis-Attraktionen erlaubt, sind 129 Złoty (rund 31 Euro) zu zahlen.

Der Suntago ist der erste Abschnitt des ,,Park of Poland“ , der einmal die Gesamtfläche von 400 Hektar einnehmen wird. Neben dem bereits bestehenden Bungalow-Komplex ist dazu u.a. der Bau von Hotels, eines Vergnügungs-Parkes, Service-Einrichtungen usw. geplant.

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21.Februar 2020

Polens teuerste Wohn-Adressen

17 Mio. Złoty oder umgerechnet rund 4 Mio. Euro kostete im Jahr 2019 die teuerste Wohnung in Polen. Die Bezeichnung Wohnung ist dabei untertrieben. Es handelt sich in dem Fall um miteinander verbundene Appartements mit einer Gesamtfläche von 470 Quadratmetern. Das ergibt umgerechnet einen Preis von rund 8500 Euro pro Quadratmeter.
Auf den ersten Blick scheint der Preis völlig übertrieben, denn die Immobilie befindet sich nicht am Meer, in einer Park-Landschaft oder an einem Fluß mit spektakulären Ausblicken. Nein, sie befindet sich mitten im unmittelbaren Zentrum von Warschau unter der Adresse Foksal 13/15, nahe der Neuen Welt (Nowy Świat). Die Strasse Nowy Świat ist im einheimischen Verständnis das, was der Champs Elysees in Paris oder der Kudamm in Berlin ist. Auch handelt es sich bei dem Gebäude nicht um einen Wohn-Palast, sondern um ein Haus-Komplex von Ausgang des 19. Jahrhunderts. Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch als Gründerzeit-Häuser tituliert, gibt es davon zu Tausenden in Europa. Und nicht nur in den Hauptstädten.

,,Klassische Musik in der Welt der Architektur“

,,Um den Wert dieses Gebäude-Komplexes zu schätzen, muß man die Kunst und die Geschichte lieben und ein Liebhaber des Schönen sein. Foksal 13/15 ist klassische Musik in der Welt der Architektur“, schwärmt Jeroen van der Toolen, Geschäftsführer von Ghelamco in Mittel-Osteuropa. Ghelamco ist eine belgische Immobilien-Entwicklungsgesellschaft, die sich seit Anfang der 90er Jahre mit zahlreichen renommierten Projekten, darunter Warschaus höchsten Büroturm Warszaw Spire (220 Meter hoch), zu einem der führenden Immobilien-Entwickler in Polen hochkatapultiert hat.

Fotos: Ghelamco

Für die Renovierung des völlig heruntergekommenen Gebäude-Komplexes habe man die besten Spezialisten aus dem In- und Ausland engagiert, heißt es bei Ghelamco. Dabei wurde nicht gespart.
Die Fußböden im Treppenhaus wurden mit weißen Marmor belegt und handgefertigte schmiedeiserne Geländer eingebaut. Auch bei den kunstvoll angefertigten Reliefs über den Türen (Supraporte) wie bei den fast 100 verschiedenen Stuck-Muster, mit denen die Wände und Decken der Appartements ausgestaltet wurden, findet man keine billigen Plaste-Kopien aus dem Baumarkt. Alles ist Stuckateur-Handwerk vom Feinsten.
Neben der außergewöhnlichen Ausgestaltung der Appartements und einem Concierge steht den Bewohnern von Foksal 13/15 auch ein Spa-Bereich mit Sauna und Jacuzzi sowie ein Fitness-Raum zur Verfügung. Insgesamt 55 exklusive Appartements beherbergt Foksal 13/15. Für die Experten von urban.one ist es daher nicht verwunderlich, dass sich auch die zweitteuerste Wohnung Polens des Jahres 2019 sich in dem gleichen Gebäudekomplex befindet. Der anonyme Käufer bezahlte dafür 11,5 Mio. Złoty (rund 2,7 Mio. Euro). Auf der Liste der teuersten Wohn-Adressen Polens des Jahres 2019 findet man nach Angaben von urban.one fast ausschließlich nur Adressen in Warschau. Urban.one oder auch U1 ist Polens größte Daten-Sammlung für Immobilienpreise, gestützt auf 4 Mio. Notar-Akten.
Mit den Rekord-Preisen in Warschau konnte laut U1 nur die Ostsee-Stadt Sopot mithalten. Dort bezahlte der Käufer einer 56 Quadratmeter große Wohnung in der am Meer gelegenen Park-Strasse (ul. Parkowa) einen Preis von 36 000 Złoty pro Quadratmeter (rund 8500 Euro).

Die andere Seite: 9500 Euro für eine 40m²-Wohnung

Im Unterschied zu den teuersten Wohnungen gibt es bei den billigsten Wohnungen keine lokale Konzentration. Sie befinden sich über das ganze Land verteilt, meistens in kleineren Ortschaften , in Gebäuden, die unter den Wohn-Standard liegen. Als die billigsten Wohnungen hat U1 eine 25 m² große Einraumwohnung in Chełmno (nördlich von Bydgoszcz) ausgemacht, die 37 000 Złoty kostete, sowie eine 40 m² große Zwei-Raum-Wohnung in Wałbrzych zum Preis von 41 000 Złoty (rund 9500 Euro).
Polen gehört zu den Ländern in Europa mit den höchsten Anteil an Wohn-Eigentum. Er beträgt, einschließlich Häusern, über 75 Prozent am polnischen Wohnungsbestand. Mietwohnungen spielen dagegen eine geringere Rolle als z.B. in Deutschland.

Bei den Bau-Grundstücken nahm 2019 ein 0,3 Hektar großes Grundstück in Danzig (Gdansk) den Führungs-Rang ein. Es kostete über 143 Mio. Złoty (rund 33,5 Mio. Euro). Das macht knapp 10 000 Euro pro m2 aus. Allerdings handelt es sich hier nicht um ein Grundstück für eine Wohnbebauung, sondern grenzt an den Büro-Komplex Olivia Business Park der Ostsee-Metropole an. Bei den Bau-Grundstücken für eine Wohnbebauung sind es wieder die Grundstücke in Warschau mit den Höchstpreisen. Spitze dabei ein Grundstück, das meistbietend für 67 Mio. Zloty (rund 15 Mio. Euro) unter den Hammer kam. Dabei handelt es sich um eine 2,7 Hektar große Fläche im Stadtteil Mokotów, die mit Mehrfamilien-Häusern bebaut werden soll.

© André Jański/infopol.PRESS

Fotos Erzbistum Kraków

Spende an die Kirche per Automat

Aus Sicht der Kirchenverwaltung ist noch rechtzeitig vor Weihnachten der erste Spenden-Automat in einer katholischen Kirche Polens aufgestellt worden. Im Vergleich zum traditionellen Klingelbeutel in westlichen Kirchen – in den katholischen Kirchen Polens benutzt man in der Regel einen Korb für Spenden-Gelder – ist der ,,Opfer-Automat“ wenig anheimelnd.

Er erinnert eher an einen Zahlungs-Terminal in einer Bank. Der Spender im Gottesdienst hat sechs Felder von 1 bis 50 Zloty zur Auswahl oder kann einen freiverfügbaren Betrag eintragen. Über einen am Bildschirm-Rand montierten Kartenleser wird dann der Spenden-Betrag abgezogen.

Kirchenspende per Terminal Foto Erzbistum Kraków

Die Spende an die Kirche kann neben der bargeldlosen Zahlung mit der Kreditkarte auch per Handy oder mit Smartwatch ausgeführt werden. ,,Wir sind eine moderne Gesellschaft, deshalb öffnen wir uns auch als Kirche der neuen Option“, erklärte Kaplan Andrzej Kopicz von der Maximilian-Maria-Kolbe-Kirche im Krakauer Stadtteil Mistrzejowice.

Für den Bau der Kirche hatte sich Kardinal Karol Wojtyła schon in den 70er Jahren eingesetzt und dann schon als polnischer Papst Johannes Paul II selbst den Gottesdienst in dieser Kirche gefeiert.

Die Kolbe-Kirche gehört zum Erzbistum Kraków, an dessen Spitze Marek Jędraszewski als Erzbischof steht. Und jener Erzbischof ist alles andere als der Vertreter eines modernen Christentums. Gerade in den zurückliegenden Wahl-Jahr sorgte er mit seinen Haß-Reden gegen Schwule, Lesben und andere Minderheiten oder Äußerungen gegen die Gefährlichkeit von Vorhersagen zur Umwelt-Zerstörung durch Umwelt-Aktivisten wie Greta Thunberg, die die göttliche Ordnung in Frage stellen, für heftige öffentliche Kontroversen.
Der erste Spenden-Automat in der Kolbe-Kirche ist unterdessen keine polnische Erfindung. Ähnliche Automaten gibt es bereits in Spanien, Italien und anderen Kirchen Westeuropas.

In der südpolnischen Diözese sollen nun schnell weitere Opfer-Automaten folgen. Geplant ist auch nach westeuropäischen Vorbild alle Automaten mit Versionen in mehreren Sprachen auszustatten.

Fotos: Erzbistum Kraków

Text: © infopol.press

Polnisches FBI bremst 500-Mio. Euro ,,Koks-Deal“ via Deutschland

Dem zentralen Ermittlungsbüro der polnischen Polizei, umgangssprachlich auch polnisches FBI genannt, ist Anfang Dezember ein schwerer Schlag gegen die internationale Drogen-Mafia gelungen. In einer konzertierten Aktion mit dem Zoll und der Steuerbehörde hoben sie ein Drogen-Labor in Westpolen auf und stellten 2 Tonnen Kokain sicher, die nach Deutschland geschmuggelt werden sollten.

Dabei wurden 7 Personen festgenommen, darunter vier Kolumbianer und ein in Deutschland lebender Iraner. Der sichergestellte Drogen-Fund hatte einen Schwarzmarkt-Wert von 2,2 Mrd. Zloty (rund eine halbe Milliarde Euro) . Es ist der größte Drogenfund in der Geschichte des polnischen Staates.

Wie die Zentrale Ermittlungsbehörde mitteilte, wurden die Drogen über den Hafen von Gdynia nach Polen eingeführt. An Dämlichkeit nicht zu überbietend wurde die Ware in den zwei See-Containern aus Kolumbien offiziell als Kalziumkarbonat (Kreide) deklariert. Weiße Kreide aus Kolumbien? Da schlugen beim polnischen Zoll sofort die Alarmglocken. Nicht nur der Drogen-Spürhund, auch die mobilen Scan-Anlagen bestätigten den Anfangs-Verdacht. In den Containern befanden sich Kreide-Säcke, die Kokain von höchster Qualität enthielten. In 74 von 1600 Säcken wurden 1,85 t Kokain festgestellt, teilte die Behörde in Warschau mit. In die Aktion wurden Beamte der Zentralen Ermittlungsbehörde eingeschalten, die im November Beweis-Materialien sammelten und Personen in Polen ermittelten, die mit dem Drogen-Schmuggel in Verbindung stehen.

Die Ermittler warteten zunächst ab, um im entscheidenden Moment zuzuschlagen. Am 30. November reisten dann aus Deutschland vier Kolumbianer und ein in Deutschland lebender Iraner nach Polen ein. Die Ermittler hefteten sich sofort an ihre Fersen.

Die fünf Männer quartierten sich in eine in einem Waldstück bei Poznan (westpolnische Wojewodschaft Wielkopolskie) gelegene Immobilie ein. Mit Hilfe von zwei polnischen Verbindungsleuten organisierten sie innerhalb von wenigen Tagen den Aufbau eines gewaltigen Drogen-Labors.

Zum Vordringen in das Drogen-Labor war der Einsatz einer Spezialeinheit der Feuerwehr zur Chemikalien-Bekämpfung notwendig.

Feuerwehr-Einsatz notwendig

Am 4.Dezember stürmten die polnischen Ermittler das Grundstück und nahmen die Männer fest. Sie fanden dabei ein Drogen-Labor in den Dimensionen einer Kokain-Fabrik vor. ,,Der Chemikalien-Gehalt der Luft war dabei so groß und lebensgefährdend, dass eine Spezialeinheit der Feuerwehr zur Chemikalien-Bekämpfung eingeschalten werden mußte“, teilte die Behörde mit.

Die Polizisten gingen derweil mit den Festgenommenen nicht zimperlich um. Gefesselt und leicht bekleidet wurden sie niedergestreckt und mußten auf der winterkalten Erde ausharren.

Dimensionen einer Kokain-Fabrik

Nachdem die Luft wieder atembar war, entdeckten die Polizisten in den Räumlichkeiten Lager-Bestände in den Dimensionen einer Kokain-Fabrik. Die Beamten stellten darüber hinaus 10 kg fertiges Kokain sicher, das nach Deutschland ausgeführt werden sollte, sowie 600 Liter Dispersion, die Kokain enthielt (Produktions-Phase) Weiterhin wurde neben Hunderten Litern Chemikalien auch eine spezielle Hydraulik-Presse mit einer Form gesichert, die das Logo des kolumbianischen Drogenkartells enthielt.

Der sichergestellte Drogen-Fund hat einen Schwarzmarkt-Wert von 2,2 Mrd. Zloty (rund eine halbe Milliarde Euro). Schon standardmäßig hat sich sofort Ministerpräsident Mateusz Morawiecki im PiS-Propaganda-Ton zur Wort gemeldet und den Ermittlern gedankt: ,,Der Staat sollte immer ein Schritt den Verbrechern voraus sein. Und die Verbrecher sollen sich vor einen starken, entschlossen handelnden Staat fürchten“.

Fotos: Polnische Polizei-Zentrale Ermittlungsbehörde

Text: © infopol.press

Erfüllung eines Traums –Visafrei in die USA

Seit 11.November können Polen ohne Visum für 90 Tage in die USA einreisen.

Polen gehörte bisher zu den wenigen Ländern in Europa, denen die USA einen Visa-Zwang auferlegt hatte. Nahezu alle EU-Staaten waren bislang im amerikanischen Visa-waifer-Programm aufgeführt, darunter auch Tschechien, Ungarn, die Slowakei und die baltischen Staaten. Nur Rumänien, Bulgarien und Kroatien sind davon ausgeschlossen. Und in der Vergangenheit eben auch Polen, was parteiübergreifend für die politischen Eliten des Landes und seine Bürger eine große Pein war.
Entsprechend haben sich alle polnischen Regierungen in den vergangenen 20 Jahre darum bemüht, dass die Visumpflicht für polnische Bürger abgeschafft wird. Selbst die linke SLD-Regierung unter Leszek Miller hatte 2003/2004 erwartet, dass ihre Bereitschaft, an der Seite der Amerikaner am Krieg im Irak teilzunehmen und unter Führung Polens mit 10 000 Soldaten im Süden des Iraks eine Militärzone zu errichten, durch Washington mit dem Wegfall der Visumpflicht honoriert wird. Doch damals, wie auch in den nachfolgenden Jahren nach Treffen mit amerikanischen Spitzenpolitikern wurden die polnischen Hoffnungen immer wieder enttäuscht.

Die USA begründeten die Einräumung der Visafreiheit für polnische Bürger jetzt offiziell damit, dass Polen erstmals unter der festgelegten Quote von 3 Prozent der Ablehnungen von Visa-Anträgen (Voraussetzung für die Einräumung der Visa-Freiheit) geblieben ist.

Der Termin der Freigabe der visafreien Einreise zum 11.November war nicht zufällig gewählt. Am 11.November feiert Polen den Jahrestag seiner Unabhängigkeit.

Die PiS-Parteiführung hat die Visa-Freiheit für polnische Bürger als Erfolg ihrer Politik für sich reklamiert. Verwiesen wird in diesen Zusammenhang auf den Besuch von Trump 2017 in Warschau. Nach dem Besuch des US-Präsidenten wurden langfristige Liefer-Verträge für LNG-Gas aus den USA unterzeichnet, die Polen Energie-Sicherheit gegenüber Erdgas-Lieferungen aus Russland verschaffen sollen. Auch die beiden Besuche von Staats-Präsidenten Andrzej Duda in Washington bei Präsident Trump werden mit dazu gerechnet: der vom vergangenen Jahr mit der peinlichen, selbst bei Trump Unwohl erzeugenden Anbiederung, in Polen ein ,Fort Trump” zu errichten, und der vom Juni dieses Jahres mit der Vereinbarung zum Kauf von Kampfflugzeugen F 35 durch die polnische Armee.
Bei aller Freude warnen die polnischen Medien ihre Landsleute davor, die Visafreiheit nicht für eine illegale Beschäftigung in den USA zu mißbrauchen. Nach Angaben der amerikanischen Migrationsbehörde, sollen sich bereits vor Erteilung der Visafreiheit 50 000 Polen allein in New York illegal aufhalten, von denen die meisten einer illegalen Beschäftigung nachgehen.

Boom bei Linienflügen Polen-USA erwartet

Mit der Visafreiheit erwartet die staatliche polnische Luftfahrtgesellschaft LOT nun einen deutlichen Anstieg der Passagierzahlen für Flüge in die USA. Allerdings ist sie in ihren Erwartungen auf der Route Polen-USA nicht allein. Auch die American Airlines hat bereits angekündigt, ab dem Frühjahr fünfmal in der Woche auf der Route Kraków-Chicago im Linienflugverkehr zu fliegen. Auf dieser Route will auch die polnische Fluggesellschaft LOT im kommenden Jahr den Linienbetrieb aufnehmen. Im Sommer-Flugplan ist dann auch der Linienflug von Kraków zum JFK nach New York geplant.

Bisher bedient die LOT alle Flüge in die USA von Warschau aus: nach New York, Chicago, Miami und Los Angeles. Als neue Verbindung ist bereits die Trasse Warschau-San Franzisko angekündigt. Der Chef der LOT erklärte jetzt vor der Presse, dass bereits weitere Verbindungen in die USA in Planung sind.

Foto: LOT

Text: © infopol.press